24.11.2011, 11:59 Uhr

Wüstenstrom aus Nordafrika: Dii und Medgrid vereinbaren Kooperation

Brüssel, Belgien - Die Industrieinitiativen Dii und Medgrid haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit in der Entwicklung und Übertragung von erneuerbaren Energien im industriellen Maßstab aus den Wüsten zu stärken. Unterstützt wird die Kooperation der beiden Initiativen von der Polnischen EU-Ratspräsidentschaft, der Europäischen Energiekommission, dem französischen Ministerium für Industrie, Energie und Digitalwirtschaft und dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Die beiden internationalen Industriekonsortien, die jeweils ihre Wurzeln in Deutschland und Frankreich haben, wollen sich in ihren Vorhaben ergänzen und daher ihre Arbeit zur langfristigen Energiegewinnung, Infrastrukturaufbau und Marktfähigkeit von erneuerbaren Energien in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika eng koordinieren. Dies soll im Rahmen des Mediterranean Solar Plan (MSP) ein zentraler Beitrag zu einer neuen EU-MENA-Partnerschaft auf Basis erneuerbarer Energien werden.

Die Dii will mit seinen 56 Partnern aus 15 Ländern die Bedingungen für eine beschleunigte Umsetzung der Desertec Vision schaffen. Die Aktivitäten der Initiative konzentrieren sich darauf, einen Markt für erneuerbare Energien aus Nordafrika und dem Nahen Osten im industriellen Maßstab bis 2050 zu schaffen. Medgrid wurde 2010 im Rahmen des MSP von 20 assoziierten Unternehmen aus dem Mittelmeerraum gegründet. Das Hauptziel der Initiative ist die Analyse der technischen, ökonomischen und institutionellen Machbarkeit des mediterranen Stromübertragungssystems bis 2020, das den Export von bis zu 5 Gigawatt erneuerbarer Energie nach Europa ermöglichen soll.

Paul van Son,CEO, der Dii sagt: “Die langfristige Entwicklung von erneuerbarenEnergien aus den Wüsten wäre weder ohne die enge Kooperation mit lokalen Regierungs-und Wirtschaftsvertretern, noch eine enge Kooperation zwischen Medgrid und Dii denkbar. Ich freue michdarüber, dass die Europäische Kommission und die Regierungen der Mitgliedsstaaten über Grenzen hinausdenken und unsere Pläne unterstützen.“ André Merlin, Geschäftsführer von Medgrid, betonte die Rolle von Übertragungsnetzen: „Die Stromnetzanschlüsse sind entscheidend für die Entwicklung erneuerbarer Energien in Ländern des nahen Ostens und des Maghreb; sie werden es ermöglichen, einen Teil des Stroms aus erneuerbaren Energien nach Europa zu exportieren, was dann zu ihrer Finanzierung beitragen wird. Deshalb freue ich mich über das heute unterschriebene Kooperationsabkommen zwischen der Dii und Medgrid und bedanke mich herzlich bei den europäischen Institutionen für ihre Unterstützung.“

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