05.06.2012, 10:24 Uhr

Phoenix Solar-Chef Hänel gegen EU-Schutzzölle auf chinesische PV-Produkte

Münster, Frankfurt - Der Vorstandsvorsitzende der Phoenix Solar AG, Dr. Andreas Hänel, hat im Interview mit der Börsen-Zeitung vor Schutzzöllen auf chinesische Solarmodule gewarnt. Nach Ansicht von Hänel würden diese den Solar-Markt kaputt machen und kein deutsches Unternehmen würde von derartigen Zöllen profitieren. Durch die Zölle würden die Preise steigen, die Margen und damit auch das Interesse der Investoren sinken.

Wacker und Phoenix fürchten Gegenmaßnahmen

Nachdem in den USA vorläufig Antidumpingzölle und zuvor bereits Antisubventionszölle auf chinesische Solarprodukte verhängt worden waren, hat sich eine Diskussion um eine Einführung ähnlicher Schutzzölle in der EU entwickelt. In diesem Zusammenhang hat sich mit Wacker Chemie bereits ein Hersteller von dem für die Photovoltaik bedeutenden Ausgangsmaterial Silizium gegen solche Überlegungen geäußert. Wacker-Chef Rudolf Staudigl argumentierte dabei, dass protektionistische Maßnahmen nicht die heimische Solarindustrie schützen könnten, sondern die Zukunftschancen der Photovoltaik beeinträchtigen würden. Zwangsmaßnahmen hemmten den Wettbewerb und könnten einen Handelskrieg provozieren, der in der Konsequenz für alle im Solargeschäft tätigen Unternehmen von Nachteil sei, so Staudigl. Im Interview mit der Börsen-Zeitung wies auch Hänel auf die möglichen Gegenmaßnahmen hin. So habe China bereits Dumpingvorwürfe gegen amerikanische Siliziumproduzenten erhoben.


© IWR, 2012