16.01.2013, 10:33 Uhr

EnviTec stellt slowakische Biogas-Anlagen auf Zuckerrüben um

Lohne – Zwei Biogasanlagen der EnviTec Biogas AG in der Slowakei laufen mit einem hohen Input-Anteil an Zuckerrübenresten. Diese fallen als Abfallprodukte aus nahegelegenen Zuckerfabriken anfallen. Die beiden 1-MW-Anlagen nahe Bratislava laufen zu zwei Drittel mit diesem Inputmaterial, das restliche Drittel wird durch den Einsatz von Maissilage und Gülle abgedeckt. Geplant und in Betrieb genommen wurden die beiden Anlagen jedoch mit einem reinen Mais- und Gülle-Inputmix. Durch eine flexible Inputtechnik der EnviTec-Anlagen verlief eine "Umrüstung" auf einen alternativen Inputstoff problemlos. Aktuell befinden sich in der Slowakei zwei weitere EnviTec-Biogasanlagen im Bau. Das Unternehmen verfügt im slowakischen Markt mit der EnviTec Biogas Service s.r.o. auch über eine Service-Gesellschaft mit insgesamt sieben Mitarbeitern.

Alternative Inputstoffe reduzieren Kosten

"Alternative Inputstoffe wie z.B. Zuckerrübenschnitzel sind für jeden Markt interessant, da sie die Rohstoffkosten reduzieren", so Christian Ernst, Vertriebsleiter des Branchenführers aus dem niedersächsischen Lohne. Die beiden Biogasanlagen in der Slowakei laufen bereits seit 2011 stabil mit diesem Inputmix. Mit der Flexibilität der Inputstoffe bewies EnviTec bereits vor der diesjährigen Einführung von neuen Einspeisetarifen in Tschechien und der Slowakei Weitsicht: Der Gesetzgeber sieht hier ab 2013 eine Co-Fermentation beispielsweise durch die Zugabe von Produktionsresten und Fehlchargen aus der Nahrungsmittelindustrie vor.

Zuckerrübe erobert auch deutsche Biogasanlagen

Auch im deutschen Markt gewinnt die Zuckerrübe als Inputstoff für die Biogasproduktion immer mehr an Bedeutung. So betreiben einige Kunden der EnviTec Biogas Anlagen, die mit bis zu 25 Prozent Zuckerrübenanteil gefahren werden. Die Erdfrucht beschleunigt die Fermentation und ist durch ihren hohen Zuckeranteil schneller abbaubar als herkömmliche Inputstoffe. "Da die Energie als Saccharose in Reinform vorliegt und von den Bakterien sehr leicht umgesetzt wird, optimieren Rüben den Gärprozess", so Ernst.


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