11.09.2013, 14:38 Uhr

USA schalten Atomkraftwerke ab

Münster – Noch hält die magische Marke und 100 Atomkraftwerke in den USA produzieren Strom, aber auch das könnte sich schon bald ändern. Während in den Medien der Neubau von Kernkraftwerken regelmäßig gefeiert wird, werden immer mehr alte Kernkraftwerke eher still und heimlich abgeschaltet. Jüngstes Beispiel: USA. Zudem rollt eine gewaltige Kostenwelle auf die meisten AKW-Staaten zu, weil immer mehr alte und marode Kernkraftwerke ersetzt werden müssen.

Seit dem Spitzenjahr 1990, als in den USA 112 Atomkraftwerke am Netz waren, ist die Zahl der Kernkraftwerke rückläufig. Bis Ende 2012 haben noch 104 Kernreaktoren Strom produziert, aber auch diese Zahl gilt nicht mehr. Seit Jahresbeginn 2013 sind in den USA weitgehend unbemerkt vier weitere Reaktoren mit einer Gesamtleistung von knapp 3.600 Megawatt (MW) endgültig stillgelegt worden.

Das älteste von den jetzt abgeschalteten Anlagen ist das Atomkraftwerk Kewaunee im US-Bundesstaat Wisconsin. Der Reaktor aus dem Jahr 1974 hat eine Leistung von 566 MW. Crystal River 3 in Florida mit einer Leistung von 860 MW (1977) ist nun ebenfalls vom Netz, genauso wie die Blöcke 2 (1070 MW) und 3 (1080 MW) des Kernkraftwerks San Onofre in Kalifornien. Für 2014 hat der Betreiber des Kernkraftwerks Vermont Yankee bereits angekündigt, dass 1972 in Betrieb gegangene Kernkraftwerk mit einer Leistung von 605 MW ebenfalls still zu legen.

Keine Renaissance - schwieriger US-Markt für Kernkraftanlagen