Welche Rolle kann Wasserstoff für die Energiewende spielen?
Berlin – Zumindest an der Börse haben die Brennstoffzellen in 2014 bislang mächtig für Furore gesorgt. Die Aktien von Plug Power, Ballard Power oder Fuelcell Energy haben die Aktionäre begeistert: Hohe Kursgewinne sind zu verzeichnen. Doch welche Rolle spielt die Brennstoffzellen-Technologie und die Wasserstoff-Wirtschaft im Rahmen der Energiewende tatsächlich? Hierzu hat sich nun der Branchenverband in einem Positionspapier geäußert.
Der Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e. V. (DWV) hält die Integration von Wasserstoff und Brennstoffzellen für das Gelingen der Energiewende unerlässlich: "Die Energiewende kann nur mit der Integration von Wasserstoff und Brennstoffzelle gelingen; ohne Lösung der Speicherproblematik, für die Wasserstoff die beste Lösung bietet, erschöpft sich die Energiewende in einer bloßen Stromwende" heißt es in dem Verbandspapier.
Wasserstoff als Energiespeicher: "Power to Hydrogen"
Wasserstoff sei aufgrund seiner Kompatibilität mit der bestehenden Infrastruktur und aufgrund seiner vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten optimal als Großspeicher geeignet. Entsprechende Kavernen und Gasleitungen seien in Norddeutschland bereits verfügbar. Genau dort könnten auch die erneuerbaren Energiepotenziale am wirtschaftlichsten nutzbar gemacht werden.
Um die Potenziale von Wasserstoff und Brennstoffzelle zu heben, braucht es laut DWV Investitionen und ein Förderprogramm, das zeitlich und im Volumen begrenzt sein kann. Ferner sollte "grüner" Wasserstoff auf die Biokraftstoffquote und ab 2015 auch auf die Treibhausgasminderungsquote mit dem Vierfachen seines Energiegehalts (4fach-Counting) angerechnet werden, um die Marktdurchdringung für erneuerbares Gas in einem reinen Wasserstoffpfad als Beimischung zu Erdgaskraftstoffen und auch den Einsatz im Raffinerieprozess für konventionelle Kraftstoffe zu ermöglichen.
DWV: Nationales Innovationsprogramm muss ausgebaut werden
"Wirtschaft und Industrie brauchen Planungssicherheit", so der DWV. "Die öffentliche Hand muss finanzielle Impulse geben und damit für Motivation sorgen, Grundvoraussetzung für eine breite Einführung der Wasserstofftechnologie." Nicht zuletzt ginge es auch darum, die Technologieführerschaft Deutschlands und den Wirtschaftsstandort zu sichern.
Auch die Elektromobilität braucht Wasserstoff und Brennstoffzelle. Nur Brennstoffzellen-PKW erlaubten lange Reichweiten mit akzeptablen Betankungszeiten. Die Infrastruktur für den Fahrzeugsektor gelte als Wegbereiter einer später breit genutzten Wasserstoff-(Speicher)-Infrastruktur, so der DWV.
Zudem sollten aus Sicht des DWV "Power to Hydrogen"-Anlagen als Nicht-Letztverbraucher im Sinn des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) anerkannt werden. Laut DWV ist es nicht nachvollziehbar, warum Anlagen, die das EEG-System entlasten und zur Kostendämpfung beitragen, Abgaben zahlen sollen.
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