28.05.2014, 15:56 Uhr

Windenergie: Was die Chefs von Gamesa, Senvion und Suzlon erwarten

Münster – Geht es nach den Chefs der großen Windenergieanlagen-Hersteller, dann steht die Windenergie-Industrie vor einem anhaltenden weltweiten Boom. Sowohl an Land als auch auf See haben nun gleich mehrere CEOs hohe Wachstumsraten prognostiziert und Perspektiven aufgezeigt.

Senvion-CEO Andreas Nauen sieht vor allem in der Offshore-Industrie Bewegung und rechnet mit kräftigem Wachstum auch in Ländern, die bislang keine große Rolle gespielt haben. Tulsi Tanti vom indischen Turbinen-Hersteller Suzlon hat die Erwartungen für den Windenergie-Ausbau in seinem Heimatland konkretisiert und Gamesa-Chef Ignacio Martín geht weltweit von hohen Wachstumsraten aus.

Gamesa: Marktvolumen steigt bis 2018 auf 55.000 MW/Jahr

Martín erklärte bei der Gamesa-Hauptversammlung im spanischen Zamudio, dass die Windenergie inzwischen wettbewerbsfähig sei und den Ländern bei einer Verringerung der Energie-Abhängigkeit helfen könne. Zudem sei die Windenergie geeignet, in sich entwickelnden Ländern den wachsennden Energiehunger zu stillen. Er verwies auf aktuelle Marktstudien, die ein weltweites Wachstum von 20 Prozent im Jahr 2014 voraussehen. Danach könnten jährliche Wachstumsraten von etwa neuen Prozent eintreten, so dass das globale Marktvolumen bis 2018 auf 55.000 Megawatt (MW) anschwellen könnte. Im Jahr 2013 wurden weltweit über 35.000 Megawatt (MW) neue Windkraftleistung installiert.

Suzlon: 300.000 MW Windkraft in Indien möglich

Suzlon meldete über den Nachrichtendienst Twitter, dass CEO Tulsi Tanti hoffnungsvoll sei, dass Indien zukünftig zehn Prozent des Energieverbrauchs alleine durch Windenergie abdecken könne. In einer weiteren Kurznachreicht von Suzlon heißt es, dass Indien derzeit über eine installierte Windenergie-Leustung von rund 21.000 MW verfüge. Das Potenzial liege aber bei über 300.000 MW. Zum Vergleich: Im Novemnber 2013 meldete die World Wind Energy Association (WWEA), dass weltweit die Schallmauer von 300.000 MW erstmals überschritten worden sei. Diese Aussagen von Tulsi Tanti bzw. von Suzlon passen zur Euphorie, die nach der Wahl in Indien entstanden ist. Ein Machwechsel steht bevor. Wahlsieger und neuer Premierminister ist Narendra Modi. Er gilt als Macher und hat bereits im Bundesstaat Gujarat sehr erfolgreich die Elektrifizierung und dabei den Ausbau regenerativer Energien vorangetrieben. Gerade Tulsi Tanti hatte nach der Wahl erklärt, dass er große Hoffnungen in einen wirtschaftlichen Aufschwung durch Modi setze.

Senvion: Offshore-Markt wächst um bis 20 Prozent/Jahr

Senvion ist der deutsche Arm von Suzlon. Die Inder halten bereits seit 2007 die Mehrheit der Anteile am Hamburger Windenergieanlagen-Hersteller. Senvion-CEO Andreas Nauen erwartet vor allem offshore, aber auch onshore großes Wachstum für die Windenergie. Sein Unternehmen erwarte onshore jährliche Wachstumsraten zwischen vier und fünf Prozent, offshore sogar zwischen 18 und 20 Prozent, berichtete das Fachmagazin Windpower Monthly. Im Offshore-Segment geht Nauen davon aus, dass auch „exotische“ Märkte wie die USA, Indien oder Korea nun stärker einsteigen werden. Europa bleibe beim Ausbau auf See Vorreiter. Wachstum sieht er demnach zukünftig auch in Belgien.


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