30.05.2014, 08:20 Uhr

Abo Invest erwirbt Windparks

Wiesbaden - Der Ausbau des internationalen Windkraft-Portfolios von Abo Invest schreitet voran. Bis 30. Juni erwirbt das Unternehmen drei weitere Windparks in Frankreich und Deutschland. Zudem legt das Unternehmen seine Zahlen für 2013 vor und hat den Prospekt für eine Kapitalerhöhung veröffentlicht.

Mit den Windpark-Neuerwerbungen im Umfang von 28,5 Megawatt (MW) wächst das Portfolio auf 112 MW. Das Investitionsvolumen übersteigt 40 Millionen Euro.

Windparks mit Anlagen von Vestas und GE

Der laut Abo Invest besonders ertragsstarke Windpark Saint Nicolas-des-Biefs liegt in der zentralfranzösischen Auvergne. Er besteht aus sieben Anlagen des Typs Vestas V90 mit jeweils zwei MW und 105 Meter hohen Türmen und soll im April 2015 ans Netz gehen. In Couffé (Departement Loire-Atlantique) wird Abo Invest voraussichtlich im Dezember 2014 fünf weitere Vestas V90 mit je zwei MW Leistung auf 80 Meter hohen Türmen in Betrieb nehmen. Zudem erwirbt Abo Invest ein Bestandsprojekt: Im saarländischen Losheim produzieren drei Windkraftanlagen von General Electric (GE) mit jeweils 1,5 MW Leistung seit 2004 Strom.

Bilanz 2013 – Höllinger: Ergebnis ist kein Anlass zur Sorge

Abo Invest hat zudem die Bilanzzahlen für 2013 veröffentlicht. Der Konzern hat einen Verlust von rund 4,1 Mio. Euro erwirtschaftet. „Das Ergebnis ist kein Anlass zur Sorge“, stellt Vorstand Andreas Höllinger klar. „Windparks erwirtschaften in den ersten Betriebsjahren aufgrund anfänglich hoher Zinsverpflichtungen und Abschreibungen üblicherweise bilanzielle Verluste.“ 2013 drückten zudem nicht-liquiditätswirksame Sonderfaktoren das Ergebnis um 1,5 Mio. Euro. „Ohne diese Effekte war das Konzernergebnis besser als erwartet. Es wird noch einige Jahre dauern, bis der Konzern bilanzielle Gewinne erwirtschaftet“, erläutert Höllinger. Für die Beurteilung des aktuellen Geschäftserfolgs aussagekräftiger sei das operative Jahresergebnis. Vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern, bereinigt um die sonstigen betrieblichen Erträge aus Einmaleffekten, hat der Abo Invest-Konzern rund 11,5 Mio. Euro erwirtschaftet (2012: 10,6 Mio. Euro).

Die Einzelgesellschaft ABO Invest AG erwirtschaftete 2013 einen Jahresüberschuss von rund 0,62 Mio. Euro. „Das Ergebnis ist vor allem einem Sondereffekt zu verdanken – dem lukrativen Verkauf der älteren Windkraftanlagen auf dem rheinhessischen Kloppberg“, erläutert Vorstand Höllinger. „Wir haben eine günstige Gelegenheit genutzt. Der Abschluss zeigt beispielhaft, dass in unserem Portfolio Werte schlummern, die auch kurzfristig realisiert werden können.“

Veröffentlicht hat Abo Invest auch die Gewinnprognosen samt barwertiger Betrachtung der in den kommenden 20 Jahren erwarteten Liquiditätsströme. Daraus ergibt sich ein Wert je Aktie in Höhe von 1,44 Euro zum Jahresende 2014.

Angebot: Für sieben alte eine neue Aktie beziehen

Mit Billigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Abo Invest nun auch einen Wertpapierprospekt veröffentlicht. Er enthält das Angebot an die Aktionäre, neue Aktien zu zeichnen. Die Bezugsrechte im Verhältnis 7:1 (für sieben alte Aktien kann eine neue bezogen werden) werden auf Grundlage des Bestands an Abo Invest-Aktien nach Börsenschluss am 30. Mai berechnet. Der Bezugspreis für die neuen Aktien beträgt 1,33 Euro und liegt damit unterhalb des heutigen Börsenkurses. Die Zeichnungsfrist währt vom 2. bis zum 16. Juni. Zur Ausübung des Bezugsrechts erteilen Aktionäre ihrer Depotbank eine Weisung unter Verwendung des über die Depotbanken zur Verfügung gestellten Zeichnungsauftrags.


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