24.09.2014, 10:30 Uhr

Wind statt Öl: Rockefeller-Stiftung investiert mehr in erneuerbare Energien

New York – Der Name Rockefeller ist untrennbar verknüpft mit einem immensen Öl-Reichtum. John D. Rockefeller war Mitbegründer der Standard Oil Company und zählte zu den reichsten Menschen seiner Zeit. Nun hat die vom Öl-Unternehmer gegründete Rockefeller-Stiftung zum UN-Klimagipfel in New York erklärt, zukünftig verstärkt in erneuerbare Energien zu investieren.

In erster Linie wird sich der Rockefeller Brothers Fund aus dem Bereich Kohle und Teersand zurückziehen. Doch Deinvestitionen bei den anderen fossilen Brennstoffen sollen folgen, kündigte die in New York ansässige Stiftung im Vorfeld des UN-Klimagipfels am Dienstag, den 23.09.2014 an.

Förderung sauberer Energie

Der gemeinnützige Rockefeller Brothers Fund (RBF), der zur Rockefeller-Stiftung gehört und von John D. Rockefeller, einem der Mitgründer der Erdölraffinerie, gegründet wurde, will im Bereich Öl und Gas deinvestieren. Dies teilte der Präsident des Fonds auf einer Pressekonferenz am 22. September in New York mit. Das Stiftungsvermögen soll besser mit der Stiftungs-Mission von 2010 in Einklang gebracht werden. Diese Mission sieht eine Verpflichtung von bis zu zehn Prozent des Stiftungsvermögens in Investitionen vor, die im Einklang mit den Zielen der nachhaltigen Entwicklung der Stiftung stehen. Es soll für die Förderung sauberer Energietechnologien und anderer Geschäftsstrategien, die Energieeffizienz fördern, eingesetzt werden, um den Klimawandel und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu mindern.

Viele Stiftungen deinvestieren bei fossilen Brennstoffen

Mit dieser Entscheidung schließt sich die Stiftung einer Allianz von mehr als 800 Stiftungen, Investmentfonds und öffentlichen Einrichtungen an, die mehr als 50 Milliarden US-Dollar aus fossilen Brennstoffen deinvestieren wollen. RBF erwartet, dass der Anteil des eigenen Stiftungsvermögens für Investitionen in Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren wachsen wird.

Deinvestition in zwei Schritten

RBF hat einen Zwei-Stufen-Prozess begonnen, um die Investitionen in fossile Brennstoffe zu veräußern. Im ersten Schritt wird die Begrenzung ihrer Positionen bei Kohle und Teersande vorgenommen. Ziel ist es, diese Investitionen schnellstmöglich auf weniger als ein Prozent des Gesamtportfolios zu reduzieren. Die weiteren Positionen in fossilen Brennstoffen werden von RBF im Detail analysiert. Hierfür wird die Stiftung einen Plan für weitere Deinvestitionen innerhalb der nächsten Jahre entwickeln.

Rockefellers Öl-Imperium

John D. Rockefeller hatte mit Standard Oil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den wohl mächtigsten Öl-Konzern der Geschichte geschaffen, der allerdings am Ende in zahlreiche Gesellschaften aufgespalten werden musste. Die Ölgesellschaft kontrollierte zwischenzeitlich 70 Prozent des gesamten Weltmarktes. Das wirtschaftliche Gebaren und Vorgehen von Standard Oil führte Ende des 19. Jahrhunderts zur ersten Anti-Monopol-Gesetzgebung in den USA. Die Zerschlagung erfolgte in zahlreiche Gesellschaften, die zum Teil in Ölgesellschaften übergegangen sind, die auch heute noch bekannt und einflussreich sind. Hierzu zählen u.a. Exxon Mobil, BP, ConocoPhillips oder Chevron.


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