18.03.2015, 10:00 Uhr

Netzausbau in Bayern: Frankenleitung auf gutem Weg

Bayreuth – Zwischen der bayerisch-thüringischen Landesgrenze baut der Übertragungsnetzbetreiber Tennet momentan eine neue Höchstspannungsleitung. Laut Tennet gehen die Bauarbeiten zügig voran. Doch der Bau ist nur ein Aspekt dieses Projektes.

Die neue Leitung soll Strom vom Osten der Republik nach Bayern bringen, um die Stromversorgung insbesondere nach dem Wegfall des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld Ende dieses Jahres sicherzustellen. Durch die Abschaltung entsteht nach Einschätzung von Experten im Norden Bayerns ein zusätzlicher Importbedarf von Strom. Nachdem bereits mit dem Bau begonnen wurde, will Tennet die Bürger auch weiterhin über die neue „Frankenleitung“ informieren.

Kuppelleitung sorgt nicht nur für erneuerbaren Strom im Süden

Die Südwest-Kuppelleitung soll dafür sorgen, dass dieser Bedarf auch - aber nicht nur - mit Strom aus erneuerbaren Energien aus dem Nordosten Deutschlands gedeckt wird. Die bisher einzige Verbindungsleitung zwischen Thüringen und Bayern, die Leitung Remptendorf – Redwitz, kann so künftig entlastet werden.

Netzstabilität zukünftig sicherstellen

Die sogenannte Frankenleitung umfasst neben dem 30 Kilometer langen Neubauabschnitt zwischen der Landesgrenze Bayern / Thüringen bei Weißenbrunn vor dem Wald und dem Umspannwerk Redwitz (Landkreis Lichtenfels) auch die Spannungsumstellung eines bestehenden 220 Kilovolt (kV) Stromkreises zwischen den Umspannwerken Redwitz, Würgau und Eltmann im Landkreis Bamberg und Grafenrheinfeld bei Schweinfurt auf 380 kV. Länderübergreifend ist die Frankenleitung ein Teil der Thüringer Strombrücke und damit in die Netzausbaumaßnahmen zwischen Halle/Saale und Schweinfurt integriert. Nach Inbetriebnahme der neuen Verbindung werden die bestehenden Nord-Süd-Leitungen dauerhaft entlastet und die Netzstabilität auch bei zukünftig steigenden Anforderungen sichergestellt.

Bürgerdialog für Energiewende: Zwei öffentliche Termine

Nachdem jetzt mit Bau der Leitung begonnen wurde, lädt Tennet nun beteiligte Grundstückseigentümer und Kommunen zu einem offenen Informationsaustausch ein. Dabei sollen die Optimierung des Bauvorhabens und die temporären Auswirkungen des Projektes besprochen werden. Zudem sollen sich alle Interessierten im persönlichen Gespräch über den Bauablauf des Neuabschnitts, das Gesamtprojekt sowie alle weiteren Themen rund um den Netzausbau informieren können. Dazu hat das Unternehmen zwei öffentliche Termine in Rödenthal und Weidhausen veranschlagt.

Quelle: IWR Online
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