06.05.2015, 12:02 Uhr

Weltweit erstes Bahn-Solarkraftwerk in Betrieb

Wien – Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nehmen das weltweit erste Bahn-Solarkraftwerk in Betrieb. Die Solarmodule speisen den Solarstrom direkt in die Fahrleitung der Züge ein.

Aus Sonnenkraft wird Zugkraft: Die Photovoltaik(PV)-Anlage soll pro Jahr rund 1,1 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom liefern. Genug, um rund 200 Züge von Wien nach Salzburg fahren zu lassen und pro Jahr 400 Tonnen CO2 einzusparen.

Sonne bewegt Bahn: PV-Anlagengröße bei knapp einem Megawatt

Die neue Bahnstrom-PV-Anlage Wilfleinsdorf mit rund 7.000 installierten Solarmodulen wurde auf einem etwa zwei Hektar großen ÖBB-Bahngrundstück östlich der Haltestelle Wilfleinsdorf in der Nähe von Bruck an der Leitha südöstlich von Wien errichtet. Sie liefert eine elektrische Spitzenleistung von bis zu einem Megawatt (MW). Über 95 Wechselrichter speisen 16,7 Hertz (Hz) Bahnstrom mit einer Spitzenleistung von 950 Kilowatt (kW) direkt in die Bahn-Oberleitung.

Bereits jetzt fahren die Züge der ÖBB vor allem mit umweltfreundlichem Strom. Schon derzeit stammen 90 Prozent des Fahrstroms aus Wasserkraft, zwei Prozent aus Ökoenergie und acht Prozent aus Erdgas. Damit baut die Bahn nach eigener Darstellung ihre Position umweltfreundlichstes Verkehrsmittel weiter aus.

Weitere PV-Anlagen entlang der Bahntrassen vorgesehen

Die Solaranlage ist zusätzlich mit Wetterdatenerfassungs-, Überwachungs- und Auswertefunktionen ausgestattet. In den kommenden Monaten soll damit das Verhalten der Anlage unter verschiedenen Wetterbedingungen, der Energieertrag und andere Parameter analysiert werden. Diese Erkenntnisse werden in die Planung weiterer Anlagen einfließen, die die ÖBB über Österreich verteilt entlang der Bahntrassen entstehen lassen will.

93 Prozent des ÖBB Bahnstroms stammt aus erneuerbaren Energien. Ein Teil des ÖBB–Bahnstrombedarfs wird derzeit aus dem öffentlichen 50 Hz–Stromnetz entnommen. Dabei wird der Strom mit Frequenzumformern auf 16,7 Hz Bahnstrom umgewandelt und in das 110 Kilovolt–Bahnstromleitungsnetz der ÖBB eingespeist. Die dabei auftretenden Umwandlungs- und Übertragungsverluste können durch verbrauchernahe Aufbringung und direkte Einspeisung in die Oberleitung wie im Fall der neuen PV-Anlage reduziert werden.

Quelle: IWR Online
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