15.06.2018, 08:36 Uhr

Rücklagen auf EEG-Konto im Mai erstmals rückläufig

Münster - Auf dem EEG-Umlagekonto für den Ökostrom ist der Milliarden-Überschuss im Mai gesunken. Das Finanzpolster der Stromkunden liegt aber weiter bei deutlich über 5 Milliarden Euro.

Die Monatsbilanz für das EEG-Umlagekonto der vier Übertragungsnetzbetreiber nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit Stand vom 31.05.2018 liegt vor: Erstmals im Jahr 2018 übersteigen die monatlichen Ausgaben die Einnahmen. Auf dem Konto steht jedoch weiterhin ein Gesamtguthaben von 5,4 Milliarden Euro (Mrd. Euro).

Kontostand geht im Mai um 240 Mio. Euro zurück

Im Mai 2018 überstiegen die Ausgaben die Einnahmen auf dem EEG-Konto um 240 Millionen Euro (Mio. Euro). Damit wurde das Monatsplus aus dem April (277 Mio. Euro) zu einem großen Teil wieder aufgebraucht. Die Monatseinnahmen bewegen sich im Mai 2018 mit 2,28 Mrd. Euro leicht unterhalb des Vormonats (April 2018: 2,42 Mrd. Euro), während die Monatsausgaben im Mai auf 2,52 Mrd. Euro angestiegen sind (April 2018: 2,14 Mrd. Euro).

Unter die Ausgaben fallen vor allem die Vergütungs-Zahlungen an die Betreiber von EEG-Erzeugungsanlagen. Zu den Einnahmen des EEG-Umlagekontos zählen insbesondere die Einzahlungen der EEG-Umlage durch die Stromkunden sowie die Vermarktungserlöse des EEG-Stroms an der Strombörse.

EEG-Kontostand 270 Mio. Euro über Vorjahresniveau

Mit insgesamt 5,4 Mrd. Euro ist das EEG-Konto trotz des leichten Rückgangs im Mai 2018 immer noch gut gefüllt. Gegenüber dem Vorjahr 2017 übersteigt das Gesamtguthaben den Vorjahresstand auf dem EEG-Konto Ende Mai damit um 270 Mio. Euro (Kontostand Mai 2017: 5,13 Mrd. Euro).

Über die EEG-Umlage

Die Ökostromerzeugung auf der Grundlage des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) wird nicht aus Steuermitteln finanziert. Die Netzbetreiber führen ein EEG-Konto mit Einnahmen (u.a. EEG-Umlage und Erlöse aus EEG-Strom Vermarktung) und Ausgaben (u.a. Vergütungszahlungen, Kosten für IT, etc.). Der EEG-Ökostrom wird an der Börse zwangsvermarktet. Dabei darf der EEG-Ökostrom paradoxerweise nicht als Ökostrom bzw. grüner Strom gehandelt bzw. verkauft werden, sondern nur als unspezifischer "Graustrom".

Anders sieht es bei der Stromkennzeichnung auf der Stromrechnung des Versorgers aus: Alle Stromanbieter weisen die Menge an EEG-Ökostrom in ihrem Strom-Mix aus, nur weil die Stromverbraucher die EEG-Umlage zahlen. Tatsächlich geliefert wird der EEG-Ökostrom nicht. Diese Art der Stromkennzeichnung auf der Stromrechnung ist für Verbraucher irreführend, denn es steht auf "der Rechnung etwas drauf, was gar nicht drin ist".

Die EEG-Umlage für die Stromverbraucher wird in jedem Jahr Mitte Oktober von den Übertragungsnetzbetreibern für das darauffolgende Kalenderjahr ermittelt. Trotz des hohen Rücklagen-Polsters ist die EEG-Umlage für 2018 nur minimal auf 6,79 Eurocent je Kilowattstunde (ct/kWh) gesunken (2017: 6,880 ct/kWh).

Quelle: IWR Online

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