14.11.2018, 13:56 Uhr

E-Mobilität: Schweizer senken Kosten für Batterie-Entwicklung

Brunnen - Bisher mussten Batterien für jeden E-Fahrzeugtyp individuell entwickelt werden. Das ist zeitaufwendig, riskant und teuer. Eine Schweizer Neuentwicklung könnte eine preiswerte Alternative sein.

Der Schweizer Batteriesystem-Hersteller Ecovolta hat eine standardisierte Li-Ionen Traktionsbatterie entwickelt, mit der Elektrofahrzeuge deutlich kostengünstiger und schneller zur Serienreife gelangen. Fahrzeugserien können zügig auf Elektromobilität umgestellt werden.

Entwicklungszeiten für Batteriesystem drastisch reduziert

Die von Ecovolta angebotene evoTractionBattery ist als Gesamtlösung zertifiziert und kann schnell eingesetzt werden. „Wir schätzen, dass Fahrzeughersteller bei einer beispielhaften Batterie mit einer Betriebsspannung von 48 Volt und einer Kapazität von 10 Kilowattstunden (kWh) insgesamt 250.000 bis 500.000 Euro Entwicklungs- und Zertifizierungskosten sparen können“, so CTO Paul Hauser. Während für ein Akkupack sowie das passende Batteriemanagementsystem Entwicklungszeiten von bis zu 2 Jahren üblich sind, kann das neue Batteriesystem "innerhalb einiger Stunden konfiguriert werden, unabhängig davon, ob sie in einem Golfkart oder einem LKW eingesetzt wird“, so Hauser.

Standardisierung und Zertifizierung - direkter Einstieg in die E-Mobilität

Die Standardisierung senkt die Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde Strom und damit die Hürden für den Einstieg in die Elektromobilität. Sie umfasst einen Teil der Abmessungen, die Leistungsstufen und die Elektronik. Anwender der evoTractionBattery erhalten für alle Batteriepacks eine vollständig dokumentierte Zertifizierung inklusive der elementaren Zertifizierung UN 38.3 zur Transportsicherheit. Das integrierte Batteriemanagementsystem ermöglicht einen Master-Slave-Betrieb und die Anbindung der Batterien an einen CAN Bus. Dadurch können die Akkus mit der übergeordneten Steuerung Daten austauschen, was für einen effizienten und sicheren Betrieb von Fahrzeugen notwendig ist.

Auch die Sicherheitstechnik, das Relais und die Vorladung sind integriert. Die Batterie wird mit Spannungen von 24, 48 und 400 Volt sowie Kapazitäten von 2,5 kWh bis 15 kWh angeboten. Die beliebige serielle Verschaltung bis maximal 16 Batterien und die parallele Verschaltung von bis zu 32 Strängen erlauben Batteriespannungen von 24 Volt bis 829 Volt und Gesamtkapazitäten von bis zu rund 7.600 kWh. Ein einzelnes Batteriemodul hat stets eine definierte Länge von 520 mm und eine Breite von 218 mm, die Höhe hängt von Spannung und der Kapazität ab. Dadurch werden klare Rahmenbedingungen für die Fahrzeugkonstruktion geschaffen.

Über die Ecovolta

Ecovolta ist ein Schweizer Technologieunternehmen. Auf einer Fläche von über 7.500 m2 werden Lithium-Ionen Batteriepacks unterschiedlicher Leistungsklassen entwickelt und produziert. Die vollautomatisierte Fertigungslinie konfektioniert jährlich 200 MWh Batteriezellen zu Akkupacks. Im eigenen F&E-Bereich mit Labor und Motorprüfstand werden im Kundenauftrag Anwendungs-Prototypen entwickelt und getestet.

Quelle: IWR Online

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