22.02.2019, 12:52 Uhr

Trassenfindung für Suedlink geht in die Endphase

Bayreuth, Stuttgart - Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Transnet BW haben nach umfangreichen Untersuchungen einen Vorschlagskorridor inkl. Alternativen für das Leitungsprojekt Suedlink vorgestellt. Entscheiden muss die Bundesnetzagentur (BNetzA).

Die Stromtrasse Suedlink ist ein zentrales Leitungsprojekt im Rahmen der Energiewende in Deutschland und soll bis 2025 die windreichen Regionen Norddeutschlands mit den Verbrauchszentren im Süden verbinden. Zu den Besonderheiten des Projektes gehört die Verlegung der gesamten Trasse als Erdkabel.

Tennet und Transnet BW stellen ihren Korridorvorschlag vor

2017 hatten die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet und Transnet BW eine Reihe möglicher Korridorabschnitte für das Leitungsvorhaben Suedlink identifiziert, die für eine detaillierte Untersuchung geeignet waren. Auf dieser Grundlage hatte die BNetzA anschließend die zu untersuchenden Erdkabelkorridore und die dafür notwendigen Gutachten festgelegt. Zwischenzeitlich haben Tennet und Transnet BW diese Korridorvarianten mit einer Gesamtlänge von rd. 2.000 Kilometern anhand von ca. 150 Kriterien detailliert untersucht und bewertet.

Im Ergebnis haben die Übertragungsnetzbetreiber nun den aus ihrer Sicht am besten geeigneten Vorschlagskorridor sowie weitere Korridorvarianten ausgewiesen und vorgestellt. Der Vorschlagskorridor verläuft von Schleswig-Holstein über Westniedersachsen, Nordhessen und Südthüringen nach Bayern und Baden-Württemberg und soll mit den Korridorvarianten Ende Februar der BNetzA zur Entscheidung vorgelegt werden. Auf Basis dieser Unterlagen und des offiziellen Beteiligungsverfahrens entscheidet die BNetzA voraussichtlich Ende 2019 über den tatsächlichen Korridorverlauf von Suedlink, so die beiden ÜNB.

„Durch die detaillierten Untersuchungen der möglichen Korridorvarianten haben wir nun einen konkreten Erdkabelkorridor ermittelt, der Mensch und Natur so gering wie möglich belastet. Damit sind wir jetzt auf der Zielgeraden zum tatsächlichen Korridorverlauf von Suedlink“, so Manon van Beek, Vorstandsvorsitzende von Tennet.

Transparenz im Fokus

Um Bürgern, Gemeinden und anderen Interessierten vorab die Möglichkeit zu geben, sich zu informieren, haben Tennet und Transnet BW die Übersichtskarten zum Vorschlagskorridor und zum Korridornetz auf ihren Internetseiten bereits vor Einreichung der Unterlagen bei der Bundesnetzagentur veröffentlicht. Außerdem informieren die ÜNB ab dem 25. März 2019 die Bürger vor Ort über den Planungsstand und die nächsten Schritte im Genehmigungsverfahren.

Die BNetzA wird die Unterlagen nach der Prüfung der Vollständigkeit öffentlich auslegen. Dann wird auch die formelle Beteiligung durch die Behörde starten.

Hintergrund zu Suedlink

Das Leitungsvorhaben Suedlink soll als Gleichstrom-Erdkabelverbindung die windreichen Regionen Norddeutschlands mit den Verbrauchszentren im Süden der Republik verbinden. Die Verbindung wird von Tennet und Transnet BW realisiert. Das Investitionsvolumen beträgt nach Angaben der beiden ÜNB rd. 10 Milliarden Euro. Suedlink besteht aus zwei Maßnahmen mit einer Kapazität von jeweils 2 Gigawatt. Die Maßnahmen werden in Schleswig-Holstein in Wilster und Brunsbüttel beginnen; Endpunkte sind Bergrheinfeld in Bayern und Leingarten/Großgartach in Baden-Württemberg.

Quelle: IWR Online

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