22.05.2019, 10:35 Uhr

Eon kündigt Vorbereitung der Netze für 100 Prozent E-Mobility an

Essen - Das Geschäftsfeld Elektromobilität entwickelt sich für Energieversorger zu einem wichtigen Zukunftsmarkt. Eon-Vorstand Thomas König hat angekündigt, dass der Energiekonzern seine Netze bis zum Jahr 2045 für 100 Prozent Elektromobilität fit machen will.

Der Energiekonzern Eon ist in verschiedene Projekte zum Thema Elektromobilität eingebunden. Neben der Vorbereitung des eigenen Netzes für Elektro-Pkw befasst sich Eon auf europäischer Ebene mit E-Mobility in verschiedenen Metropolen sowie dem Ausbau von Stromtankstellen an europäischen Autobahnen.

100 Prozent-Elektromobilität bis 2045 im Eon-Netz möglich

Die Netze von Eon in Deutschland sind bereit für eine vollständige Umstellung auf elektrische Pkw. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie von Eon und dem Beratungsunternehmen Consentec. Voraussetzung dafür sind weiterhin kontinuierliche und vorausschauende Investitionen in die Netz-Infrastruktur.

In der Studie werden verschiedene Szenarien bis hin zu einem 100 Prozent Marktanteil von Elektro-Pkw bis zum Jahr 2045 betrachtet. Um die Eon-Netze für die Elektromobilität fit zu machen, ergibt sich für die nächsten 25 Jahre nach der Studie ein Investitionsbedarf von insgesamt rd. 2,5 Milliarden Euro (Mrd. Euro). Davon werden etwa zwei Drittel für punktuelle, für die Bürger kaum spürbare Baumaßnahmen wie die Erneuerung von Ortsnetzstationen benötigt. Die übrigen Mittel werden für den für den Bau von neuen Leitungen benötigt. Aktuell investiert Eon rd. 1 Milliarde Euro jährlich in die deutschen Netze.

Unter der Annahme, dass im Jahr 2045 die derzeit rd. 6,5 Millionen konventionellen PKW im Eon-Netzgebieten durch Elektro-PKW ersetzt sind, ergibt sich rein rechnerisch ein Investitionsbedarf von knapp 400 Euro pro PKW. Dieser Investitionsbedarf pro Pkw könnte nach Eon-Angaben noch halbiert werden. Voraussetzung dafür sind digitale Lösungen und Anreize für Kunden, um einen Großteil der Ladevorgänge aus der laststarken Abendzeit in die lastschwachen Nachtstunden zu verschieben.

Eon unterstützt Umstieg auf Elektromobilität in Europas Metropolen

Im Bereich Elektromobilität ist Eon auch in das EU-Projekt „Meister“ eingebunden. Im Fokus steht u.a. die Frage, ob Europas Städte ihren Einwohnern noch ein Mobilitätsversprechen geben können, wenn der Verkehrssektor elektrisch wird? Berlin, Göteborg und Malaga testen derzeit Konzepte, wie der Umstieg auf Elektromobilität in großem Stil gelingen kann. Eon ist Partner der Projekte und bringt den Teil Elektromobilität in die unterschiedlichen Konsortien ein.

Ziel von „Meister“ ist es, Kosten mit intelligenter Ladeinfrastruktur zu senken und den Zugang zu Ladepunkten für Kunden zu erleichtern. Dazu werden Plattformen und Dienstleistungen entwickelt, die die Nutzung von Elektromobilität vereinfachen und die Energieversorgung der Fahrzeuge optimieren. Im Zuge des Projektes sammelt Eon Erkenntnisse über technische Herausforderungen und Geschäftsmodelle, die Anbietern von Elektromobilität in der Stadt Erfolg versprechen. Getestet werden Konzepte für E-Carsharing, der Ausbau von Ladeinfrastruktur in großen Wohnquartieren sowie Betrieb und Umrüstung kommunaler Busflotten von Diesel auf Elektro. Über das Projekt „Meister“ hinaus verwirklicht Eon im Bereich Elektromobilität an Europas Autobahnen ein Netz aus rund 180 Stromtankstellen, an denen Fahrzeuge ultraschnell geladen werden können. Das Netz soll von Norwegen bis Italien reichen. Der Aufbau wird ebenfalls von der EU gefördert.

Quelle: IWR Online

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