28.01.2026, 16:48 Uhr

EU-Batteriespeicher: 2025 erneut Rekordjahr - Großspeicher dominieren den Zuwachs - Ausbautempo für 2030 noch nicht ausreichend


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Brüssel (Belgien) - In der EU wurden im Jahr 2025 neue Batteriespeicher mit einer Speicherkapazität von 27,1 GWh installiert. Damit verzeichnet die Branche zwar ein weiteres Rekordjahr. Um den Flexibilitätsbedarf bis zum Jahr 2030 zu decken, muss das Ausbautempo dennoch beschleunigt werden. Der Druck auf Politik und Märkte steigt.

Der „EU Battery Storage Market Review 2025“ des europäischen Solarverbands Solarpower Europe zeigt, dass mehr als die Hälfte der neuen Kapazität im vergangenen Jahr auf Großprojekte entfielen, die Privathaushalte installierten dagegen weniger. Europa hat seine Batterieflotte seit 2021 zwar verzehnfacht, bis 2030 muss diese aber weiter kräftig ausgebaut werden, um den Flexibilitätsbedarf zu decken. Gleichzeitig bleiben Lücken in der Lieferkette und bei Genehmigungen.

Rekordjahr 2025: Großspeicher treiben Batteriespeichermarkt in der EU

In den Mitgliedsstaaten der EU wurden 2025 insgesamt 27,1 GWh neue Batteriespeicherkapazität installiert. Das vergangenen Jahr markiert damit das zwölfte Rekordjahr in Folge. Laut dem „EU Battery Storage Market Review 2025“ von Solarpower Europe entspricht das einem Wachstum von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hat Europa seine Batterieflotte seit 2021 bereits von 7,8 GWh auf 77,3 GWh verzehnfacht. Um den Flexibilitätsbedarf bis 2030 zu decken, muss dieser Zuwachs laut Solarpower Europe erneut um den Faktor zehn steigen und um Ende des Jahrzehnts etwa 750 GWh erreichen.

Ein zentraler Trend des Jahres 2025 ist der Bedeutungsgewinn stationärer Großspeicher: 55 Prozent der neu hinzugefügten Kapazität entfielen auf Großprojekte, was einen deutlichen Strukturwandel im Markt markiert. Verbesserte Marktbedingungen und stärkere politische Rahmenbedingungen trugen dazu bei, dass Großprojekte Rekordwerte erreichten, heißt es in dem Bericht.

Im Marktsegment der verbraucherseitigen Batteriespeicher (Behind-the-Meter) gingen die neu installierten Kapazitäten im Bereich der Privathaushalte dagegen zum zweiten Mal in Folge zurück, und zwar um 6 Prozent auf 9,8 GWh. Solarpower Europe führt dies auf niedrigere Strompreise und reduzierte Förderprogramme zurück. Gewerbliche und industrielle Batteriesysteme wuchsen dagegen moderat, bleiben aber ein kleineres Marktsegment.

Walburga Hemetsberger, CEO von Solarpower Europe, fasst die Lage so zusammen: „Der Batteriespeichermarkt in Europa wächst schnell und liefert die flexible Kapazität, die unser Energiesystem dringend benötigt. Der starke Zuwachs bei stationären Großspeichern im Jahr 2025 zeigt, dass Investoren bereit sind, die Technologie ausgereift ist und die Systemvorteile klar erkennbar sind. Aber wir müssen den Ausbau jetzt drastisch beschleunigen.“

Produktion, Lieferketten und politische Hürden: Europa bleibt in der Mitte der Wertschöpfungskette

Solarpower Europe befasst sich in dem Bericht auch mit der Entwicklung der EU-Batterieproduktion. Der Verband konstatiert, dass Europa eine solide industrielle Basis im Midstream-Bereich aufgebaut hat, mit 252 GWh nominaler Zellproduktionskapazität im Jahr 2025. Allerdings bestehen weiterhin strukturelle Lücken.

Während die Elektrolyt- und Separatorproduktion starke Fähigkeiten aufweisen, bleiben im Upstreambereich bei Kathoden- und Anodenmaterialien die Kapazitäten begrenzt. Zudem belasten Projektverschiebungen und relativ hohe Produktionskosten die Wettbewerbsfähigkeit. Der Bericht unterstreicht daher den Bedarf an einer „resilienteren und vollständig integrierten europäischen Batteriewertschöpfungskette“.

Mit Blick auf den weiteren Ausbau des Batteriespeicher-Marktes in der EU nennt Solarpower Europe in dem Bericht drei Prioritätsbereiche für EU-Maßnahmen:

Erstens die Beschleunigung des Ausbaus von Batteriespeichern durch einfachere und schnellere Genehmigungen, Priorisierung netzfreundlicher Projekte und den Abbau von Tarifbarrieren.

Zweitens den Aufbau erschwinglicher und widerstandsfähiger Lieferketten durch Investitionen, Rohstoffzugang, Recyclingkapazitäten und globale Partnerschaften.

Drittens die Stärkung von Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit durch EU-weite Standards, verbesserte Regeln für Recycling und Second-Life sowie robuste CO2-Fußabdruck-Offenlegung.

Antonio Arruebo, Leitautor des Berichts und Marktanalyst bei Solarpower Europe betont: „Die Daten dieses Jahres zeigen, dass der EU-Speichermarkt wieder an Fahrt gewinnt, insbesondere bei Großsystemen. Gleichzeitig erinnert uns der Rückgang bei dezentralen Batterien daran, dass wir weiterhin klarere politische Unterstützung benötigen, um mehr Investitionen für Unternehmen und Haushalte freizusetzen.“

Batterien seien die besten Verbündeten der Erneuerbaren, um sauberen Strom zu integrieren, das System zu stabilisieren und Europas Energiewende voranzubringen. „Blickt man nach vorn, wird die Beschleunigung des Ausbaus in allen Segmenten entscheidend sein, um die Ziele Europas zu erreichen“, so Arruebo abschließend.

Quelle: IWR Online

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