Geothermie-Unternehmen Fervo Energy mit starkem Börsengang – IPO deutlich überzeichnet

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New York / Houston – Der US-Geothermiespezialist Fervo Energy ist erfolgreich an der Nasdaq gestartet. Der erste Handelstag folgte auf einen deutlich aufgestockten Börsengang, bei dem insgesamt 70 Millionen Aktien der Klasse A zu je 27 US-Dollar platziert wurden.
Zusätzlich haben die Konsortialbanken eine 30-tägige Mehrzuteilungsoption über bis zu 10,5 Millionen weitere Aktien erhalten. Die Aktien des Unternehmens werden unter dem Tickersymbol „FRVO“ gehandelt. Mit dem Börsenstart zählt Fervo Energy zu den wenigen börsennotierten Pure-Play-Unternehmen im Bereich der Tiefengeothermie. Die Emission wurde von einem Bankenkonsortium unter Führung von J.P. Morgan, Bank of America, RBC Capital Markets und Barclays begleitet.
Starker Börsenstart nach aufgestocktem IPO
Der Börsengang gilt als Erfolg für das Unternehmen, das sich auf skalierbare Geothermie als potenzielle Grundlasttechnologie im Energiemarkt positioniert. Die Nachfrage nach den angebotenen Aktien hatte im Vorfeld zu einer deutlichen Aufstockung des Emissionsvolumens geführt.
Die Aktien eröffneten bei 36 US-Dollar – ein Aufschlag von 33 % auf den Ausgabepreis von 27 US-Dollar. Daraus ergibt sich schon zum Ausgabepreis eine Marktkapitalisierung von rund 10,2 Mrd. US-Dollar auf Basis von ca. 378 Millionen ausstehenden Aktien. Der Free Float liegt zunächst bei rund 70 Millionen Aktien und kann sich durch Ausübung der Greenshoe-Option auf bis zu 80,5 Millionen Aktien erhöhen.
Innovative Geothermie-Technologie: Fervo Energy sucht keine Reservoirs, sondern baut sie
Fervo Energy entwickelt sogenannte Enhanced Geothermal Systems (EGS) – eine Technologie, die den Geothermiemarkt grundlegend verändern könnte. Anders als konventionelle Geothermie setzt EGS nicht auf natürliche heiße Wasserreservoirs, sondern erschließt heißes Tiefengestein aktiv: durch horizontale Bohrungen und mehrstufiges hydraulisches Fracking – Verfahren, die Fervo direkt aus der Öl- und Gasindustrie adaptiert hat.
Dabei wird das Gestein gezielt aufgebrochen, um ein durchströmtes Risssystem zu erzeugen. Eine zirkulierende Flüssigkeit nimmt die Erdwärme auf und transportiert sie an die Oberfläche zur Stromerzeugung. Das Entscheidende: Das System funktioniert nahezu überall – unabhängig von geologischen Sonderbedingungen wie heißen Quellen oder natürlichen Dampfreservoirs.
Das Ergebnis ist eine rund um die Uhr verfügbare, im Betrieb weitgehend emissionsfreie Stromerzeugung – und damit eine der wenigen erneuerbaren Technologien, die grundlastfähigen Strom liefern kann.
Quelle: IWR Online
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