26.08.2026, 13:22 Uhr

Speichermarkt im Aufwind: Lindhorst Gruppe baut Speichergeschäft mit Tesvolt aus


© Tesvolt

Winsen (Aller)/Wittenberg – Der deutsche Batteriespeichermarkt gewinnt deutlich an Dynamik: Zunehmend erweitern auch regenerative Projektentwickler ihr Portfolio um Großspeicher. Die Lindhorst Gruppe, ein familiengeführter Unternehmensverbund mit Schwerpunkt Erneuerbare Energien, baut ihr Speichergeschäft gemeinsam mit dem Hersteller Tesvolt um ein Batteriespeicherprojekt aus.

Nach einer aktuellen IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur hat die neu installierte Speicherkapazität in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 um knapp 76 Prozent auf rund 5.642 Megawattstunden zugelegt. Die installierte Leistung ist um rund ein Drittel auf 2.482,7 Megawatt gestiegen. Der Markt entwickelt sich dabei zunehmend in Richtung größerer Speicherprojekte und längerer Speicherzeiten.

OptiPower Energiemanagement wird Eigentümerin: 21-MWh-Speicher in Wittenberg

Am Standort Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt bauen die Lindhorst Gruppe und Tesvolt gemeinsam ein Batteriespeichersystem mit einer Speicherkapazität von 21 Megawattstunden (MWh) und einer Leistung von 6,4 Megawatt (MW). Baugenehmigung und Netzanschluss liegen bereits vor, die Fertigstellung ist bis Juni 2027 geplant. Eigentümerin der Anlage wird die OptiPower Energiemanagement GmbH sein, eine Tochtergesellschaft der Lindhorst Gruppe. Tesvolt ist für die Errichtung, den Betriebsservice und den Energiehandel zuständig.

„Mit diesem Projekt erweitern wir unsere BESS-Strategie um ein weiteres wichtiges Element im zukunftsweisenden Geschäftsfeld der Energiewirtschaft", sagt Dr. Janis Meyerhof, Mitglied des Vorstands der JLW Holding AG aus der Lindhorst Gruppe und zuständig für den Geschäftsbereich Erneuerbare Energien. Nach seinen Angaben verfolgt der Unternehmensverbund dabei mehrere Wege in den Speichermarkt: Über die Tochtergesellschaft Visiolar ist Lindhorst bereits bei Grünstromspeichern an Freiflächen-Photovoltaikanlagen aktiv, zugleich baut die Gruppe eigene BESS-Standorte auf eigenen Flächen auf und übernimmt – wie in Wittenberg – bereits genehmigte Speicherprojekte in Baureife von Dritten.

Tesvolt verantwortet Betrieb und Handel – parallel plant Tesvolt 190-MWh-Batteriepark in Apollensdorf

Tesvolt, Hersteller von Batteriespeichersystemen mit Sitz in Lutherstadt Wittenberg, trägt im Wittenberger Projekt neben der technischen Umsetzung auch die Verantwortung für den laufenden Betrieb und die Vermarktung des Speicherstroms. „Die Nutzung von Batteriespeichern ist ein entscheidender Baustein für das Gelingen der Energiewende, denn sie sind ein entscheidender Hebel, um die Energiewende nicht nur zu beschleunigen, sondern auch systemisch stabil zu gestalten", sagt Marco Reißhauer, Commercial Project Manager bei der Tesvolt AG.

Im Wittenberger Ortsteil Apollensdorf verfolgt Tesvolt nach eigenen Angaben zudem ein weiteres Speicherprojekt: Für einen geplanten Batteriepark mit 190 Megawattstunden Speicherkapazität ist die Baugenehmigung bereits erteilt, die Inbetriebnahme ist für März 2028 vorgesehen.

Bayern führt beim Leistungszubau, Nordrhein-Westfalen bei neuer Speicherkapazität

Bundesweit waren nach der IWR-Auswertung zur Jahresmitte 2026 rund 2,6 Millionen Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von 18.483,5 Megawatt und einer Speicherkapazität von 31.485,1 Megawattstunden am Netz. Im Ländervergleich lag Bayern bei der im ersten Halbjahr 2026 neu installierten Leistung mit 520,3 Megawatt vorn (Vorjahreszeitraum: 382,4 Megawatt), vor Nordrhein-Westfalen mit 419,9 Megawatt und Niedersachsen, wo sich der Wert auf 386,6 Megawatt mehr als verdoppelte (Vorjahreszeitraum: 189,1 Megawatt). Bei der neu installierten Speicherkapazität führte dagegen Nordrhein-Westfalen mit rund 1.179 Megawattstunden vor Bayern und Niedersachsen.

Hält der Ausbautrend beim Speicherzubau an, könnte die in Deutschland installierte Speicherkapazität nach IWR-Einschätzung bis Ende 2026 auf rund 35.000 Megawattstunden steigen. Der Ausbau des Speichergeschäfts der Lindhorst Gruppe zeigt beispielhaft, wie sich der wachsende deutsche Speichermarkt auch für Projektentwickler öffnet, die ihr Portfolio über die klassische EE-Erzeugung hinaus erweitern.

Quelle: IWR Online

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