26.08.2026, 15:53 Uhr

Offshore-Wind-Spezialist Cadeler verdoppelt Umsatz und EBITDA – Aktie legt kräftig zu


© Cadeler

Kopenhagen – Der internationale Offshore-Windmarkt wächst weiter. In diesem Umfeld hat der dänische Spezialist für den Transport, die Installation und das Management von Offshore-Windturbinen und Fundamenten, Cadeler, starke Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Der Aktienkurs klettert.

Der Weltverband GWEC beziffert die 2025 neu ans Netz angeschlossene Offshore-Windkapazität weltweit auf 9,3 Gigawatt – ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr und der dritthöchste Jahreswert der Geschichte. Mit mehr als 50 Gigawatt an Projekten im Bau erwartet der Verband, dass sich die jährlichen Neuinstallationen 2026 nochmals verdoppeln.

Umsatz und Ergebnis mehr als verdoppelt

Cadeler hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 408 Millionen Euro erzielt, ein Plus von 220 Millionen Euro (1. Hj. 2025: 188 Mio. Euro). Das EBITDA hat sich auf 208 Millionen Euro mehr als verdoppelt (1. Hj. 2025: 102 Mio. Euro), der Gewinn ist um 54 Prozent auf 88 Millionen Euro gestiegen. Beide Vergleichswerte sind um einmalige Vertragsauflösungserlöse von 111 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum bereinigt. Nach Unternehmensangaben ist der Anstieg vor allem auf die Flottenerweiterung und eine höhere Zahl abgerechneter Einsatztage zurückzuführen. Die Flottenauslastung der zehn Schiffe ist mit 66 Prozent stabil geblieben (Vorjahr: 67 Prozent). Für das Gesamtjahr 2026 hält Cadeler an seiner Prognose von 854 bis 944 Millionen Euro Umsatz und 420 bis 510 Millionen Euro EBITDA fest.

Übernahme von Menck erweitert Fundament-Geschäft

Cadeler hat seine Fundament-Installationskapazitäten im ersten Halbjahr 2026 gezielt ausgebaut. Im März 2026 sammelte das Unternehmen im Rahmen einer Privatplatzierung rund 175 Millionen Euro ein und finanzierte damit die anschließende Bestellung zweier T-Class-Neubauten für die Fundamentinstallation. Zudem kündigte Cadeler die Absicht an, mit dem möglichen Erwerb eines Scour-Protection-Schiffs in das Segment Kolkschutz einzusteigen. Nach der Berichtsperiode übernahm das Unternehmen im August 2026 Menck, einen Anbieter von Spezialausrüstung und Engineering-Leistungen für die Offshore-Fundamentinstallation. Wie sich die Übernahme auf die Jahresprognose auswirken könnte, prüft Cadeler noch. Im Juli 2026 erhielt das Unternehmen zudem mit der "Wind Ace" sein elftes Errichterschiff, das künftig am britischen Offshore-Windpark East Anglia TWO von ScottishPower Renewables eingesetzt wird. Bereits zuvor hatte Cadeler mit der ersten kompletten Monopile-Fundamentkampagne am Windpark Hornsea 3 von Ørsted begonnen, der nach Angaben des Betreibers nach Fertigstellung weltweit größter Offshore-Windpark werden soll.

Cadeler-CEO Mikkel Gleerup erläutert die Strategie hinter den Investitionen: "Da Offshore-Windprojekte an Umfang und Komplexität zunehmen, legen Entwickler größeren Wert auf belastbare Lieferketten und erfahrene Partner mit den passenden Fähigkeiten." Die fortgesetzten Flotteninvestitionen sollten es dem Unternehmen ermöglichen, die zugrunde liegende Marktnachfrage zu bedienen und nachhaltige Renditen für die Aktionäre zu erwirtschaften, so Gleerup weiter.

Auftragsbestand steigt auf rund 2,5 Milliarden Euro

Der Auftragsbestand von Cadeler ist zum 25. August 2026 auf knapp 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Dazu zählt eine im Januar 2026 unterzeichnete Preferred-Supplier-Vereinbarung für Transport und Installation von Monopiles und Umspannwerk-Übergangsstücken an einem europäischen Offshore-Windpark, die ab dem ersten Halbjahr 2028 mit zwei Cadeler-Schiffen beginnen soll – vorbehaltlich der finalen Investitionsentscheidung des Kunden.

Die Servicetochter Nexra sicherte sich zudem mehrere Wartungsaufträge in Taiwan und Japan, darunter im Februar 2026 einen Vertrag mit einem Volumen von mehr als 20 Millionen Euro. Nach Einschätzung von CEO Gleerup zeigt sich die aktuell positive Marktdynamik insbesondere in Großbritannien, der Nordsee und im asiatisch-pazifischen Raum, da Regierungen ambitionierte Offshore-Wind-Ziele verfolgten und die alternde Flotte an Errichterschiffen den Bedarf an neuen Kapazitäten erhöhe.

Der Weltverband GWEC geht in seinem Marktausblick von einer Verdreifachung der jährlichen Offshore-Wind-Installationen bis 2031 aus; Cadeler baut vor diesem Hintergrund seine Flotte und seine Fundament-Kompetenzen weiter aus, um das wachsende Projektvolumen in mehreren Weltregionen zu bedienen.

Cadeler-Aktie legt deutlich zu

Die Cadeler-Aktie hat auf die Halbjahreszahlen positiv reagiert: Der Kurs der im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelisteten Aktie ist in dieser Woche an den beiden Handelstagen um insgesamt 9 Prozent auf 5,59 Euro gestiegen (Schlusskurs, 25.08.2026, Börse Stuttgart). Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs von 4,07 auf 5,59 Euro und damit um 37,3 Prozent verbessert.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2026