Nordex steigt in neuseeländischen Windmarkt ein: Erster Auftrag über 192 MW - Servicevertrag für 30 Jahre

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Hamburg/Münster - Der Windenergieanlagen-Hersteller Nordex hat mit einem Großauftrag über 192 MW erstmals eine Bestellung aus Neuseeland erhalten. Auftraggeber ist der Energieversorger Mercury, der auf der Südinsel Neuseelands einen neuen Windpark errichtet.
Neuseeland steht vor einer neuen Phase des Windenergieausbaus. Nach einem deutlichen Kapazitätsanstieg seit 2020 und einer Stagnation im Jahr 2025 werden wieder größere Windparks realisiert. Eine umfangreiche Projektpipeline und erleichterte Genehmigungsverfahren eröffnen zusätzliche Perspektiven für den Ausbau und internationale Anlagenhersteller.
Nordex liefert 40 Windenergieanlagen für Windpark Puke Kapo Hau
Nordex wird im Rahmen des Auftrags 40 Windenergieanlagen des Typs N133/4.8 mit einer Gesamtleistung von 192 MW liefern. Zusätzlich haben Nordex und Mercury einen umfassenden Servicevertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren abgeschlossen.
Die Anlagen sollen im Windpark Puke Kapo Hau in der Region Otago im Südosten der neuseeländischen Südinsel errichtet werden. Mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von mehr als 8 Metern pro Sekunde bietet der Standort laut Nordex günstige Voraussetzungen für hohe Stromerträge. Die Installation der Turbinen auf 90 Meter hohen Stahlrohrtürmen soll Anfang 2028 beginnen, die erste Inbetriebnahme Mitte 2028 erfolgen.
Der neue Windpark Puke Kapo Hau erweitert den seit 2011 bestehenden Windpark Mahinerangi mit bislang 36 MW. Nach Fertigstellung soll der Gesamtstandort mit 228 MW zum größten Windpark Neuseelands werden. Mercury investiert in das neue 192-MW-Projekt 506 Mio. neuseeländische Dollar (rund 256 Mio. Euro, EZB-Referenzkurs vom 21.10.2026) und erwartet daraus eine jährliche Stromerzeugung von rund 535 GWh.
Nordex ist bereits seit einigen Jahren in Australien aktiv und will für die Projektumsetzung und den späteren Betrieb eigene Kapazitäten in Neuseeland aufbauen. Bei der Installation und Inbetriebnahme sollen lokale Dienstleister eingebunden werden.
Die im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelistete Nordex-Aktie kann in einem allgemein schwachen Börsenumfeld heute nicht erkennbar von dem Auftrag profitieren. Nachdem die Aktie am Vormittag noch im Minus stand, hat der Kurs gedreht. Aktuell steht die Aktie mit plus 0,56 Prozent bei 38,24 Euro (15:49 Uhr, 22.10.2026, Börse Stuttgart).
Windenergie in Neuseeland: Installierte Leistung seit 2020 um über 80 Prozent gestiegen
Nach Angaben des neuseeländischen Wirtschaftsministeriums MBIE stieg die installierte Windenergieleistung in Neuseeland von 688 MW Ende 2020 auf 1.262 MW Ende 2025. Das entspricht einem Zuwachs von rund 83 Prozent. Die gesamte installierte Windleistung entfällt auf Onshore-Anlagen. Während die Kapazität bis 2024 deutlich zulegte, stagnierte der Ausbau 2025.
Laut MBIE erreichte die Windstromerzeugung 2025 rund 3,81 TWh und damit einen Anteil von 8,6 Prozent an der gesamten Stromproduktion. Insgesamt wurden 88,5 Prozent des neuseeländischen Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt.
2026 setzt sich der Windenergieausbau fort. Mercury nahm im September die zweite Ausbaustufe des Windparks Kaiwera Downs mit 155 MW vollständig in Betrieb. Beim Projekt Kaiwaikawe mit 76,8 MW waren Ende September sämtliche Turbinen installiert.
Projektpipeline von 7,5 GW - neue Genehmigungsregeln stärken Ausbauperspektiven
In den kommenden Jahren dürfte der Windenergieausbau in Neuseeland deutlich an Dynamik gewinnen. Der Windenergieverband NZWEA beziffert die Pipeline geplanter und bereits in Umsetzung befindlicher Onshore-Windparkprojekte auf rund 7,5 GW. Die Vorhaben befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungs- und Genehmigungsstadien. Zwar dürften nicht alle Projekte realisiert werden. Für eine Beschleunigung des Ausbaus sprechen jedoch neben der umfangreichen Projektpipeline auch die verbesserten Genehmigungsbedingungen.
Seit Januar 2026 gelten überarbeitete nationale Planungsvorgaben für erneuerbare Stromerzeugungsanlagen. Der Fast-track Approvals Act ermöglicht zudem beschleunigte Genehmigungen bedeutender Infrastrukturprojekte. Auch die Erweiterung des Windparks Mahinerangi erhielt im Juli 2026 eine Genehmigung in diesem Verfahren.
Die Regierung verfolgt das Ziel, die erneuerbare Stromerzeugung bis 2050 zu verdoppeln. Für Nordex eröffnet die umfangreiche Projektpipeline die Chance auf weitere Aufträge. Entscheidend wird sein, wie viele der geplanten Windparks tatsächlich umgesetzt werden und welche Marktposition sich Nordex nach seinem ersten Auftrag aufbauen kann.
Quelle: IWR Online
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