Millionenfinanzierung und Netzanschluss gesichert: Giga Storage treibt 350-MW-Vier-Stunden-Großspeicher voran

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Amsterdam - Der niederländische Speicherentwickler Giga Storage hat für das Großbatterieprojekt Albatross in Niedersachsen eine Fremdfinanzierung über 260 Millionen Euro abgeschlossen. Der Speicher mit 350 MW Leistung und 1.400 MWh Kapazität soll Anfang 2029 in Betrieb gehen.
Der Ausbau großer Batteriespeicher in Deutschland gewinnt an Dynamik und zieht zunehmend internationale Investoren und Projektentwickler an. Die hohe Nachfrage nach Netzanschlüssen trifft allerdings auf begrenzte Kapazitäten im Stromnetz. Damit rücken Projekte in den Fokus, bei denen sowohl die Finanzierung als auch der Netzanschluss bereits vertraglich gesichert sind.
Sieben Banken finanzieren Großspeicher - Netzanschluss mit Amprion vereinbart
Das Finanzierungspaket für das Großspeichervorhaben Albatross wird von sieben internationalen Banken bereitgestellt: ABN AMRO, ING, Rabobank, Hamburg Commercial Bank, Siemens Financial Services über die Siemens Bank, SMBC und Société Générale. Der Finanzierungsabschluss erfolgte am 23. Oktober 2026.
Der Batteriespeicher entsteht nahe Neuenkirchen in Niedersachsen. Bei einer Leistung von 350 MW und einer Speicherkapazität von 1.400 MWh kann die Anlage rechnerisch vier Stunden lang mit voller Leistung Strom abgeben. Der chinesische Batteriehersteller CATL übernimmt Planung, Bau und Wartung der Anlage und arbeitet dabei mit europäischen Subunternehmen zusammen. Die erforderlichen Genehmigungen sowie Grundstücks- und Lieferverträge liegen laut Giga Storage bereits vor. Der Baubeginn ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Dem Abschluss der Finanzierung vorausgegangen war die Unterzeichnung des Netzanschlussvertrags mit dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion am 14. Oktober 2026. Der Batteriespeicher soll direkt an die benachbarte 380-kV-Umspannanlage Merzen angeschlossen werden. Nach Angaben von Giga Storage gehört die Vereinbarung zu den ersten Netzanschlussverträgen, die Amprion für Großbatteriespeicher geschlossen hat.
Giga Storage: Drei Großspeicherprojekte mit zusammen 1,4 GW in Europa
Albatross ist das erste deutsche Großspeicherprojekt von Giga Storage. Gemeinsam mit Leopard in den Niederlanden (300 MW / 1.200 MWh) und Green Turtle in Belgien (700 MW / 2.800 MWh) umfasst das Portfolio dieser drei Projekte eine Gesamtleistung von rund 1,4 GW. Die Speicherkapazität beträgt nach eigener Berechnung auf Basis der veröffentlichten Projektdaten insgesamt 5,4 GWh.
Darüber hinaus entwickelt Giga Storage gemeinsam mit Isenau Projects die deutschen Speicherprojekte Pelican und Kingfisher mit jeweils 350 MW Leistung und 1.400 MWh Kapazität. Unternehmensziel sind mehr als 2 GW in Betrieb befindliche Speicherleistung bis 2030.
Großspeichermarkt Deutschland: Hohe Anschlussnachfrage trifft auf begrenzte Kapazitäten
Die Dimension der Nachfrage nach Netzanschlüssen zeigen Zahlen der Bundesnetzagentur. Im Jahr 2025 gingen bei den deutschen Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern insgesamt 18.158 Anschlussanfragen für Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von 573,5 GW ein. Im selben Jahr erteilten die Netzbetreiber Anschlusszusagen über insgesamt 54,2 GW, darunter auch für Anfragen aus früheren Jahren. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Projektentwickler für ein geplantes Speicherprojekt teilweise mehrere Netzanschlussanfragen an unterschiedlichen Standorten stellen. Die hohe Zahl der Anfragen lässt deshalb nicht unmittelbar auf die tatsächlich geplante Speicherleistung schließen.
Für die Vergabe knapper Netzanschlusskapazitäten haben die Übertragungsnetzbetreiber im April 2026 erstmals ein Reifegradverfahren gestartet. Dabei werden unter anderem der Planungs- und Genehmigungsstand sowie das technische Anlagen- und Anschlusskonzept berücksichtigt.
Mit dem Finanzierungsabschluss und dem unterzeichneten Netzanschlussvertrag hat Giga Storage zwei wesentliche Voraussetzungen für den Bau von Albatross geschaffen. Während zahlreiche Batteriespeicherprojekte in Deutschland noch um Netzanschlüsse konkurrieren, ist für Albatross der Anschluss an das Übertragungsnetz bereits vertraglich vereinbart.
Quelle: IWR Online
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