Vier-Stunden-Großspeicher: Flower startet Bau von 100 MW Batteriespeicher in Hamburg

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Hamburg - Das schwedische Energieunternehmen Flower hat in Hamburg mit dem Bau eines Batteriespeichers mit 100 MW Leistung und 400 MWh Speicherkapazität begonnen. Der Großspeicher ist damit auf eine Entladedauer von vier Stunden bei voller Leistung ausgelegt und soll bis Ende 2028 in Betrieb gehen.
Mit der vierstündigen Speicherdauer zielt das Projekt stärker auf die zeitliche Verschiebung größerer Strommengen. Der Speicher kann Strom in Zeiten niedriger Strompreise aufnehmen und über mehrere Stunden in Phasen höherer Strompreise wieder abgeben. Mit steigenden Anteilen von Wind- und Solarenergie gewinnt diese Form längerfristiger Flexibilität im Stromsystem an Bedeutung.
400 MWh Speicherkapazität für vier Stunden Volllastbetrieb
Der Batteriespeicher entsteht im Hamburger Bezirk Bergedorf. Mit 100 MW Leistung und 400 MWh Kapazität kann die Anlage rechnerisch vier Stunden lang ihre volle Leistung von 100 MW bereitstellen. Nach Angaben von Flower wird es der größte Batteriespeicher Hamburgs und nach aktuellem Kenntnisstand des Unternehmens der größte innerhalb einer deutschen Großstadt sein.
Flower sieht die Anlage vor allem als Flexibilitätsquelle für das Stromsystem. Sie soll Strom zwischen Zeiten mit hohem Angebot und hoher Nachfrage verschieben, Schwankungen im Stromsystem ausgleichen und die Integration von Wind- und Solarstrom unterstützen.
„Wir freuen uns sehr und fühlen uns geehrt, mit dem Bau dieses nächsten Kapitels für das Hamburger und deutsche Energiesystem zu beginnen“, sagt Flower-Gründer und CEO John Diklev. Er verweist dabei auf die Unterstützung durch den Bezirk Bergedorf, Hamburger Energienetze, Engie und Hamburg Invest.
Engie übernimmt Vermarktung der Speicherflexibilität
Für die spätere Vermarktung arbeitet Flower mit dem deutschen Energiehandelsbereich von Engie zusammen. Bereits im Juni 2026 haben beide Unternehmen ein siebenjähriges Flexibility Purchase Agreement (FPA) über insgesamt 126 MW flexibel einsetzbare Batteriespeicherleistung in Deutschland geschlossen. Die Vereinbarung umfasst neben dem Hamburger 100-MW-Speicher auch ein Flower-Projekt in Döllnitz in Sachsen-Anhalt und tritt am 1. Januar 2029 in Kraft.
Engie erhält damit langfristigen Zugriff auf die Flexibilität der Speicher und integriert sie in seine Aktivitäten am Energiemarkt. Flower bringt Entwicklung und Optimierung der Speicher ein, Engie den Energiehandel, die Strukturierung und das Risikomanagement.
Flower baut deutsches Speicherportfolio auf mehr als 300 MW aus
Der Hamburger Speicher ist nach Angaben von Flower das bislang größte selbst entwickelte Batteriespeicherprojekt des Unternehmens. In Deutschland entwickelt Flower weitere Projekte mit Leistungen zwischen 6 und 100 MW. Die ersten deutschen Anlagen sollen Anfang 2027 in Betrieb gehen; das bislang öffentlich angekündigte deutsche Portfolio umfasst insgesamt mehr als 300 MW.
In Schweden betreibt Flower vier Batteriespeicher mit zusammen 63 MW. Drei weitere selbst entwickelte Projekte mit insgesamt 70 MW sollen dort bis Ende 2026 ans Netz gehen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Großspeicher in den Niederlanden, Frankreich und Belgien und gibt seine europäische Entwicklungspipeline mit mehreren GWh an.
Mit dem Hamburger Projekt rückt neben der reinen Speicherleistung zunehmend auch die Speicherdauer in den Vordergrund. Während die Leistung bestimmt, wie viel Strom ein Batteriespeicher gleichzeitig aufnehmen oder abgeben kann, entscheidet die Kapazität darüber, wie lange diese Leistung zur Verfügung steht. Das Verhältnis von 100 MW zu 400 MWh macht den neuen Hamburger Speicher deshalb zu einem Vier-Stunden-System.
Quelle: IWR Online
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