Offshore-Wind: Cadeler sichert sich Auftrag für Dogger Bank C - Britische Regierungsstudie erwartet Engpässe bei Installationsschiffen

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Kopenhagen - Der Offshore-Wind-Dienstleister Cadeler hat einen Installationsauftrag für den britischen Offshore-Windpark Dogger Bank C erhalten. Das neue Spezialschiff Wind Apex soll ab dem dritten Quartal 2027 bei der Installation von 87 Windturbinen eingesetzt werden.
Der europäische Offshore-Windmarkt gewinnt 2026 bei den Netzanschlüssen wieder an Dynamik, während neue Investitionsentscheidungen schwach ausfallen. Gleichzeitig stellen größere Turbinen steigende Anforderungen an die Installationsflotten. Eine im Auftrag der britischen Regierung erstellte Studie prognostiziert trotz wachsender Schiffskapazitäten Engpässe bei bestimmten Installationsschiffen, die den Offshore-Ausbau verzögern könnten.
Dogger Bank C: Cadeler unterstützt Installation von 87 Offshore-Windturbinen
Der Offshore-Windpark Dogger Bank entsteht vor der Nordostküste Englands mit einer geplanten Gesamtleistung von 3,6 GW in drei Bauabschnitten mit jeweils 1,2 GW. Dogger Bank C liegt rund 200 Kilometer vor der Küste.
Cadeler übernimmt zusätzliche Transport- und Installationsleistungen für Dogger Bank C. Wind Apex soll ab dem dritten Quartal 2027 bei der Errichtung der 87 Turbinen eingesetzt werden. Nach Angaben des Projektentwicklers ist auch ein gemeinsamer Einsatz mit dem Installationsschiff Seaway Ventus vorgesehen, um ausstehende Arbeiten in den drei Bauabschnitten abzuschließen.
Für Dogger Bank C sind 87 Turbinen des Typs GE Vernova Haliade-X mit jeweils 14 MW vorgesehen. Das Projektkonsortium besteht aus SSE (40 Prozent), Equinor (40 Prozent) und Vårgrønn (20 Prozent). SSE leitet den Bau, Equinor übernimmt anschließend den Betrieb.
Cadeler baut Spezialflotte aus - Wind Apex vor erstem Einsatz
Wind Apex soll im ersten Halbjahr 2027 von der Werft in China ausgeliefert werden. Das Schiff gehört zur A-Klasse von Cadeler, die für die Installation von Turbinen und Fundamenten ausgelegt ist. Es ist das dritte Schiff dieser Baureihe nach Wind Ally und Wind Ace. Die Schiffe sind für die Installation großer Offshore-Komponenten mit hohen Decklasten und leistungsfähigen Kränen ausgestattet.
Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Cadeler den Umsatz auf 408 Mio. Euro, nach 188 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA erhöhte sich von 102 auf 208 Mio. Euro. Die Vergleichswerte für 2025 sind um einmalige Vertragsauflösungszahlungen von 111 Mio. Euro bereinigt. Auf dieser Basis haben sich beide Kennzahlen mehr als verdoppelt.
Der Auftragsbestand lag am 25. August 2026 bei knapp 2,5 Mrd. Euro, nach rund 2,8 Mrd. Euro im März. Der neue Dogger-Bank-Vertrag ist darin noch nicht enthalten.
Offshore-Windmarkt: Größere Turbinen erhöhen Anforderungen an Installationsschiffe
Nach Angaben des Branchenverbandes Wind Europe wurden im ersten Halbjahr 2026 in Europa Offshore-Windparks mit 2,3 GW neu ans Netz angeschlossen, mehr als dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum (741 MW). Die gesamte angeschlossene Offshore-Leistung erreichte 40,9 GW.
Bei den Investitionen bleibt die Entwicklung schwach. Laut Wind Europe erreichte im ersten Halbjahr 2026 nur ein Offshore-Projekt mit 630 MW eine endgültige Investitionsentscheidung. Rund 48 GW bereits vergebene Offshore-Leistung warten noch darauf. Bis 2030 erwartet Wind Europe einen Offshore-Zubau von mehr als 33 GW.
Die durchschnittliche Leistung der im ersten Halbjahr 2026 in Europa neu angeschlossenen Offshore-Turbinen lag laut Wind Europe bei 12,6 MW, bei neu bestellten Turbinen bei 15 MW. Größere Turbinen erfordern entsprechend leistungsfähigere Installationsschiffe.
Eine im April 2026 veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung Baringa im Auftrag des britischen Energieministeriums zeigt, dass die Zahl der für Turbinen über 15 MW geeigneten Installationsschiffe gegenüber der Vorgängerstudie von 2024 von 16 auf 21 gestiegen ist. Dennoch erwartet die Untersuchung für 2026 bis 2028 einen erheblichen Mangel an Installationsschiffen für Offshore-Windturbinen der Leistungsklasse 12 bis 15 MW. Die Studie ordnet die erwartete Kapazitätslücke einer Kategorie mit mehr als 50 Prozent Unterdeckung zu. Auch die für Dogger Bank C vorgesehenen 14-MW-Turbinen fallen in diese Leistungsklasse.
Für Anbieter wie Cadeler eröffnen größere Turbinen zusätzliche Einsatzmöglichkeiten. Die langfristige Flottenauslastung hängt zugleich davon ab, ob geplante Offshore-Projekte ihre Investitionsentscheidungen erreichen und umgesetzt werden.
Quelle: IWR Online
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