Größter Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee: Gennaker erreicht wichtigen Meilenstein

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Hamburg - Beim Bau des Offshore-Windparks Gennaker in der deutschen Ostsee sind die beiden Umspannplattformen Darß und Zingst erfolgreich installiert worden. Der Windpark mit einer geplanten Leistung von knapp 1.000 MW soll Ende 2028 in Betrieb gehen.
Der Offshore-Windenergieausbau in Deutschland konzentriert sich bislang vor allem auf die Nordsee. Ende 2025 waren in der deutschen Ostsee lediglich rund 1,8 GW installiert. Mit Gennaker entsteht dort ein Windpark, dessen geplante Leistung mehr als der Hälfte des damaligen Ostsee-Bestands entspricht.
Umspannplattformen Darß und Zingst installiert - Netzanbindung über 50Hertz
Die beiden neuen Offshore-Umspannplattformen Darß und Zingst sind Bestandteil des Netzanbindungssystems OST-6-1, das der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz realisiert. Sie bündeln künftig den Strom aus den Windenergieanlagen und transformieren die Spannung von der 66 kV- auf die 220 kV-Ebene, bevor der Strom zum Festland übertragen wird.
Die Netzanbindung ist für eine Übertragungskapazität von 927 MW ausgelegt. Damit liegt die Netzanschlussleistung um 49,5 MW unter der geplanten installierten Windparkleistung von 976,5 MW.
Für die Installation der Plattformen kam das Offshore-Schwerlast- und Installationsschiff Pioneering Spirit des Offshore-Dienstleisters Allseas zum Einsatz. Das mehr als 380 Meter lange Schiff zählt zu den größten Offshore-Installationsschiffen weltweit. Nach Angaben von 50Hertz wurden zunächst die Unterkonstruktionen am Meeresboden verankert und anschließend die Plattformaufbauten installiert.
Mit der Errichtung der Plattformen ist ein wesentlicher Schritt beim Aufbau der Offshore-Netzinfrastruktur abgeschlossen. Die weiteren Arbeiten umfassen unter anderem die Seekabelverbindungen und die landseitige Anbindung an das Umspannwerk Gnewitz im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern.
Gennaker: 63 Windenergieanlagen mit 976,5 MW Leistung geplant
Der Offshore-Windpark Gennaker entsteht rund 15 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Das von Skyborn Renewables entwickelte Projekt wird gemeinsam mit den Stadtwerken München (SWM) realisiert, die einen Anteil von 25 Prozent halten.
Geplant sind 63 Windenergieanlagen von Siemens Gamesa mit einer Leistung von jeweils bis zu 15,5 MW. Nach Angaben von Skyborn soll der Windpark jährlich rund 3,8 TWh Strom erzeugen. Das entspricht rechnerisch dem Jahresstrombedarf von etwa einer Million Haushalten.
Die Installation der Fundamente und Windenergieanlagen ist für 2027 und 2028 vorgesehen. Die vollständige kommerzielle Inbetriebnahme soll bis Ende 2028 erfolgen. Im September 2026 wurde für das Projekt eine Fremdfinanzierung über rund 2,1 Milliarden Euro abgeschlossen. Die Gesamtinvestition liegt bei mehr als 3 Milliarden Euro.
Offshore-Ausbau: Ostsee vor deutlichem Kapazitätszuwachs
Nach der IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur waren in Deutschland Ende September 2026 insgesamt 1.813 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 11.568,7 MW installiert. Von Januar bis September 2026 gingen 135 Anlagen mit zusammen 1.835,3 MW neu in Betrieb. Die Auswertung berücksichtigt den Datenstand vom 18. Oktober 2026.
Der Schwerpunkt der Offshore-Standorte liegt in der Nordsee. Dort waren Ende September 2026 nach der Auswertung rund 9.426 MW installiert, in der Ostsee dagegen 2.143 MW. In der Ostsee ist der Offshore-Windpark Windanker von Iberdrola mit 315 MW bereits berücksichtigt. An diesem Standort wurden im September die letzten drei Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 45 MW in Betrieb genommen. Gennaker soll nach seiner Fertigstellung mit 976,5 MW der leistungsstärkste Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee sein.
Anders als zahlreiche Offshore-Projekte in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) entsteht Gennaker im Küstenmeer Mecklenburg-Vorpommerns. Das Projekt liegt damit außerhalb der Offshore-Flächenplanung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für die AWZ.
Während die Rahmenbedingungen für künftige Offshore-Ausschreibungen in der AWZ überarbeitet werden, schreitet der Bau des bereits weit entwickelten Gennaker-Projekts voran. Mit einer geplanten Leistung von 976,5 MW könnte Gennaker die Ende September 2026 in der deutschen Ostsee installierte Offshore-Windenergieleistung rechnerisch um rund 46 Prozent erhöhen.
Quelle: IWR Online
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