07.11.2013, 14:44 Uhr

Alarmierender UN-Bericht: Treibhausgas-Konzentration steigt auf Rekordwert

Genf – Kein Grund zum Aufatmen: Zwar erfolgte der Anstieg der Treibhausgasemissionen in 2012 etwas langsamer, doch gleichzeitig erreichte der Anteil von Treibhausgasen in der Atmosphäre einen neuen Rekordwert. Tendenz steigend.

Ein am Mittwoch von der UN-Organisation für Meteorologie (WMO) veröffentlichter Bericht zeichnet ein düsteres Bild der Zukunft. Aufgrund des steigenden Anteils der Konzentration von CO2, Methan und Lachgas in der Atmosphäre könnte sich die Erde bis zum Ende dieses Jahrhunderts um weit mehr als nur zwei Grad Celsius erwärmen.

Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre hoch wie nie

Noch nie war die Konzentration der Klimagase in der Atmosphäre so hoch wie in 2012: Seit Beginn der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat die Konzentration von Distickstoffmonoxid (oder Lachgas) im Mittel um 20 Prozent zugenommen, die Konzentration von Kohlendioxid um 41 Prozent und die Konzentration von Methan sogar um 160 Prozent. Zwischen 1990 und 2012 hat der Strahlungsantrieb – das Maß für die Veränderung der Energiebilanz der Erde durch externe Faktoren - um 32 Prozent zugenommen. All dies führt laut WMO zu einer beschleunigten Erderwärmung.

Michel Jarraud, WMO-Generalsekretär, hebt hervor, welche Bedrohung der Klimawandel für die gesamte Menschheit darstellt: „Wenn wir jetzt weiter ‚business-as-usual‘ betreiben, wird die Erderwärmung auf 4,6 Grad Celsius steigen – mit verheerenden Konsequenzen. Unser Klima ändert sich, unser Wetter wird extremer, Eisdecken und Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel steigt.“

Schnelles Handeln ist gefragt

Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen gibt der WMO-Report die tatsächliche Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre an, nicht die Höhe der Emissionen. Dies sei nach Angaben der Organisation genauer, da die von Menschen produzierten Emissionen nur etwa zur Hälfte in der Atmosphäre bleiben. Der Rest wird von Biosphäre und Ozeanen absorbiert. Laut WMO sind der Anstieg klimaschädlicher Gase in der Atmosphäre und Klimawandel untrennbar miteinander verbunden.

Zusätzlich wird mit dieser Methode berücksichtigt, dass Treibhausgase nach ihrer Emission noch sehr lange Zeit in der Atmosphäre verbleiben: CO2 wird beispielsweise erst nach mehreren hundert bis tausend Jahren abgebaut. Daher würde sich auch eine sofortige Reduktion von CO2 erst in der Zukunft bemerkbar machen, aktuelle Auswirkungen des Klimawandels könnten noch Jahrzehnte bestehen bleiben. Dennoch sei es wichtig, jetzt schnell zu handeln. „Um den Klimawandel zu stoppen muss die Emission von Treibhausgasen radikal und nachhaltig reduziert werden. Wir müssen jetzt handeln, ansonsten setzen wir die Zukunft unserer Kinder, Enkelkinder und vieler zukünftiger Generationen aufs Spiel“, so Jarraud. „Die Zeit ist nicht auf unserer Seite.“

Weitere Informationen und Meldungen zum Thema


© IWR, 2013