BNetzA-Ausschreibung erneut deutlich überzeichnet: Zuschlagswerte für Windenergie an Land sinken weiter

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Bonn – Der Wettbewerb um neue Windenergieprojekte an Land bleibt hoch: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Zuschläge der jüngsten Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land veröffentlicht. Die Vergütungssätze für neue Anlagen sinken erneut und erreichen ein neues Mehrjahrestief.
Die Ausschreibungsergebnisse fallen in eine Phase, in der sich der Windenergieausbau in Deutschland beschleunigt: Nach einer aktuellen Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur durch das IWR hat sich die dynamische Entwicklung des Windenergieausbaus an Land und auf See auch im August 2026 weiter fortgesetzt.
Zuschlagswert fällt auf 4,79 Cent: Niedersachsen führt Zuschlagsstatistik an
Für die zum Gebotstermin 01. August 2026 ausgeschriebene Menge von 2.520 Megawatt (MW) gingen 461 Gebote mit einem Volumen von 5.250 MW ein. Das eingereichte Gebotsvolumen lag damit unter dem der Vorrunde (6.409 MW). Die Bundesnetzagentur erteilte 237 Geboten mit einer Leistung von 2.523 MW einen Zuschlag, 17 Gebote wurden vom Verfahren ausgeschlossen.
Die Zuschlagswerte bewegten sich zwischen 4,49 und 4,98 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh); der mengengewichtete Durchschnittswert sank gegenüber der Mai-Runde von 5,06 auf 4,79 ct/kWh. Seit August 2024 ist der durchschnittliche Zuschlagswert damit über acht Ausschreibungsrunden um mehr als 2,5 ct/kWh zurückgegangen.
"Trotz rückläufiger Gebotsmenge war auch diese Ausschreibung erneut deutlich überzeichnet. Dies spiegelt sich in den weiter sinkenden Zuschlagswerten wider", erklärte BNetzA-Präsident Klaus Müller.
Regional entfiel das größte Zuschlagsvolumen auf Niedersachsen mit 836 MW und 81 Zuschlägen, vor Nordrhein-Westfalen mit 430 MW (42 Zuschläge) und Rheinland-Pfalz mit 336 MW (17 Zuschläge). Die nächste Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land findet am 1. November 2026 statt.
Windenergie-Zubau steigt bis August 2026 um 51 Prozent: Offshore treibt Wachstum
Nach den aktuellen Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur sind von Januar bis August 2026 bundesweit 682 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 4.546 MW ans Netz gegangen. Das ist bezogen auf die Leistung ein Plus von rund 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (560 Anlagen, 3.007 MW).
Den größten Wachstumsbeitrag liefert weiterhin der Offshore-Bereich: Bis Ende August wurden 97 neue Anlagen mit 1.265 MW in Betrieb genommen, nachdem im Vorjahreszeitraum keine Offshore-Turbinen neu ans Netz gegangen waren. Onshore stieg die neu installierte Leistung um rund 9 Prozent auf 3.281 MW (Vorjahr: 3.007 MW). Gleichzeitig legte der Rückbau von 481 auf 572 MW zu. Der Nettozubau (Saldo) erreichte damit 3.975 MW nach 2.526 MW im Vorjahreszeitraum – ein Plus von rund 57 Prozent.
Regional führt bei der neu in Betrieb genommenen Onshore-Leistung im Zeitraum Januar bis August 2026 Nordrhein-Westfalen mit 784 MW vor Niedersachsen (665 MW) und Schleswig-Holstein (482 MW). Deutlich zugelegt haben Mecklenburg-Vorpommern (352 MW nach 57 MW) und Baden-Württemberg (186 MW nach 78 MW), während Sachsen-Anhalt (82 MW nach 232 MW) und Brandenburg (167 MW nach 320 MW) rückläufig waren.
Hinweis: Die Daten basieren auf einer IWR-Auswertung der Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (Datenstand bis: 31.08.2026, letzte Aktualisierung: 16.09.2026). Die Daten sind vorläufig und stellen wegen der Dynamik lediglich eine Momentaufnahme dar. Grund dafür ist, dass es zu zahlreichen Nach- und Ummeldungen sowie Korrekturen (auch rückwirkend) in den Statistiken kommt. Die Unschärfen führen jedoch nicht zu Änderungen an den Trendaussagen.
Quelle: IWR Online
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