Börse am Mittag: RENIXX weiter schwach – Yingli verlieren trotz Großauftrag – Öl-Boom in Amerika drückt Rohöl-Preise
Münster – Der RENIXX World findet auch am Freitagvormittag nicht in die Gewinnerspur zurück. Das Börsenbarometer für regenerative Energien gibt um 0,8 Prozent auf 324,95 Punkte nach. Auch der DAX (-0,1 Prozent, 8.975 Punkte) kommt nicht weiter und bewegt sich unverändert etwas unterhalb der 9.000-Punkte-Linie.
Der ifo-Geschäftsklimaindex, der schwächer als im Monat zuvor ausgefallen ist, hält den deutschen Aktienindex zurück. Der Euro kostet unverändert 1,38 US-Dollar. Für eine Feinunze Gold werden 1.340 US-Dollargezahlt. Das sind 0,5 Prozent weniger als am Vortag.
RENIXX für einen Tag mit 31 Titeln
Nach der Spaltung des Solarkonzerns REC aus Norwegen in die Silikon- und die Solarsparte sind für einen Handelstag insgesamt 31 Titel gelistet. Die Aktie von REC Solar startet mit einem Wert von etwa 7,80 Euro. Die Yingli-Aktie verliert 3,8 Prozent auf 5,38 Euro, obwohl sich das chinesische Unternehmen über den Zuschlag für ein neues 59-MW-Projekt freuen durfte.
Im DAX hat die Lufthansa-Aktie zum Tiefflug angesetzt (-2,7 Prozent, 13,34 Euro). Gefragt sind K+S (+1,6 Prozent, 18,73 Euro) sowie Bayer (+1,2 Prozent, 75,04 Euro). Der Chemiekonzern Bayer konnte beim EBIT fürs dritte Quartal die Analystenerwartungen mit 1,7 Mrd. Euro übertreffen.
Öl-Boom in den USA drückt auf Ölpreis
Die Rohölpreise purzeln auch am Freitag. Der Ölpreis der US-Marke WTI fällt bis zum Mittag um 0,2 Prozent auf etwa 97,40 US-Dollar/Barrel leicht, während sich der Preis der Nordseesorte Brent um 0,9 Prozent auf rd. 106,70 US-Dollar/Barrel verbilligt. Grund dafür sind die anschwellenden Öl-Lagerbestände, die aufgrund der steigenden Öl-Produktion in den USA weiter zunehmen. Die Förderung dort ist auf den höchsten Stand seit 1989 geklettert.
An der Strombörse ist der Preis für Grundlaststrom im day-ahead-Handel zum Wochenende hin erwartungsgemäß abgestürzt. Deutscher Strom hat sich um gut 26 Prozent auf 2,9 Cent/kWh verbilligt, während französischer Strom sogar um 32 Prozent auf 2,82 Cent/kWh eingebrochen ist. Demnach ist deutscher Strom rund drei Prozent teurer als das französische Pendant. Der Heizöl-Preis ist seit Wochenbeginn um etwa drei Prozent gesunken. Heute präsentiert er sich bei 81,9 Cent/Liter (inkl. MWSt, bei Abnahme von 3.000 Litern) und fällt damit zum Vortag um ein Prozent auf das niedrigste Niveau seit Mitte Juni. Im vergangenen Jahr hat der Heizöl-Preis zu diesem Zeitpunkt bereits den Aufwärtspfad eingeschlagen. Die Zertifikate zur Emission einer Tonne CO2 haben sich gestern um 1,1 Prozent auf einen Wert von 4,55 Euro leicht verringert.
Sonne und Wind bei über 16.000 MW
Die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland liefern am Freitagmittag, wenn auch die Nachfrage nach Strom am höchsten ist, Elektrizität mit einer Leistung von über 9.4000 Megawatt (MW). Die geplante Windenergieleistung steigert ihren Anteil an der Stromversorgung gegenüber dem Vortag auf etwa 6.500 MW, was die schwächer ausfallende Solarleistung auffängt. Die Windenergieanlagen sollen den Prognosen zufolge bis Tagesende die Leistung am Netz auf über 9.500 MW erhöhen. Durch die 16.000 MW Leistung aus den Windenergie- und Solaranlagen bleibt zur Spitzenlastzeit am Mittag der Bedarf an Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken heute bei etwa 55.000 MW. Ohne den Beitrag der regenerativen Energiequellen müssten dann konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von mehr als 71.000 MW zur Deckung der Strombedarfs laufen.
Weitere Nachrichten und Infos aus den Bereichen Börse, Wirtschaft, Preise und Märkte
© IWR, 2013