06.06.2014, 15:51 Uhr

Den falschen Knopf gedrückt - Notstrom im AKW Brunsbüttel

Brunsbüttel / Kiel - Im abgeschalteten Atomkraftwerk (AKW) Brunsbüttel ist unbeabsichtigt ein Notstrom-Dieselaggregat gestartet worden. Ein Mitarbeiter hat bei Wartungsarbeiten in der Schaltanlage versehentlich den Not-Aus-Knopf gedrückt...

Dies teilte die zuständige Reaktorsicherheitsbehörde nun mit. Demnach hatte der Mitarbeiter bei routinemäßigen Wartungsarbeiten in der Schaltanlage des unabhängigen Notstandssystems den Not-Aus-Taster eines Transformators betätigt, der sich in der Nähe befand.

Betreiber kündigt Schulungen an

Da sich der Transformator abschaltete, wurde automatisch das Notstromaggregat gestartet, wodurch die Versorgung der Schaltanlage sichergestellt wurde. Nach diesem unbeabsichtigten Lauf wurde der normale Schaltzustand wieder hergestellt. Jetzt will die Betreibergesellschaft von Vattenfall Schulungsmaßnahmen durchführen, damit in Zukunft eine unbeabsichtigte Schalterbetätigung vermieden wird.

AKW Brunsbüttel seit 2007 außer Betrieb

Die Betreiber haben das Ereignis der Meldekategorie N (Normalmeldung) zugeordnet. Die Behörde hat zur Bewertung des Ereignisses Sachverständige des TÜV Nord hinzugezogen. Im Gegensatz zu einer Eilmeldung, die innerhalb von 24 Stunden zu erfolgen hat, sowie einer Sofortmeldung (umgehenden Mitteilung) können bis zur Veröffentlichung einer Normalmeldung fünf Tage vergehen. Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist bereits seit 2007 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich im Nachbetrieb. Die Stilllegung wird vorbereitet.

Atommüll-Fässer rosten

Im Februar 2014 war festgestellt worden, dass 18 von untersuchten 70 mit Atommüll gefüllten Fässern Anzeichen von Korrosion zeigten. Die Atomaufsichtsbehörde des Landes Schleswig-Holstein sprach in einer Erklärung von teils starken Korrosionserscheinungen, Kraftwerksbetreiber Vattenfall wiegelt dagegen ab. Das Ergebnis der Inspektion entspreche allgemein den Erwartungen. Die betroffenen Fässer sollten daraufhin geborgen werden.

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