07.12.2005, 17:07 Uhr

EU-Kommissar Piebalgs fürchtet um Europas Energieversorgung

Hamburg - Der europäische Energiekommissar Andris Piebalgs warnt vor der schwindenden Sicherheit der europäischen Energieversorgung. Wir werden immer verwundbarer, so Piebalgs in der ZEIT. Im Jahr 2030 werde Europa 90 Prozent seines Erdöl- und mehr als 80 Prozent des Erdgasbedarfs importieren. Sollte es nicht gelingen, die Spekulationen am Markt einzudämmen, rechnet Piebalgs mit einem weiter steigenden Ölpreis.
Der lettische EU-Kommissar ist entschlossen, den Klimawandel zu bekämpfen. Wenn Europa sein Klimaschutzziel nicht exakt erreiche, wäre das aber keine Katastrophe. Entscheidend sei die Richtung der Emissionsentwicklung. Ohne den Lebensstandard zu senken und ohne dafür einen Cent zu zahlen, könne nach Angaben von Piebalgs Europa seinen Energiekonsum um mindestens 20 Prozent vermindern. Auch in der europäischen Außenpolitik müsse der Kampf gegen den Klimawandel höchste Priorität bekommen, fordert Piebalgs in der ZEIT. Eine Wiederbelebung der Kernenergie sehe er nicht. Die Entscheidung der neuen deutschen Regierung, am Atomausstieg festzuhalten, strahle auf ganz Europa aus. Ein billiger Weg für Europa sei die Kernenergie ohnehin nicht, so der EU-Kommissar.
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Quelle: iwr/07.12.05/