Folgen von Fukushima auf Lebewesen und Ökosysteme werden untersucht
Hilden / Fukushima, Japan – Eine internationale Expedition soll die Auswirkungen radioaktiver Strahlung auf die genetischen Informationen von Tieren und Pflanzen in der Region um das Kernkraftwerk Fukushima untersuchen. Das meldet das Biotechnologieunternehmen QIAGEN. Die Expedition sei der Auftakt zu einem langfristigen Forschungsprojekt über die Effekte radioaktiver Strahlung auf die DNS von Lebewesen und das Ökosystem. Dazu sollen verschiedene Gewebe- und Blutproben von Tieren und Pflanzen genommen und auf mögliche Schäden untersucht werden. Die Forscher beabsichtigen, unterschiedliche Proben von Insekten, Pflanzen und Vögeln zu sammeln und zu analysieren. Der Fokus richtet sich dabei auf möglichst weit verbreitete Spezies, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit Daten ähnlicher Forschungsexpeditionen nach Tschernobyl zu ermöglichen. Nach eigenen Angaben stellt QIAGEN für die Analysen spezielle molekulare Technologien zur Verfügung, zum Beispiel Lösungen zur Stabilisierung und zum Schutz des empfindlichen genetischen Materials.
Noch in diesem Jahr erste Ergebnisse erwartet
Erste Ergebnisse der Expedition sollen noch vor Jahresende vorliegen. Die Forschungsarbeiten knüpfen laut QIAGEN an frühere Untersuchungen im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl an. Im Unterschied zum Unglück in der Ukraine, wo die verseuchten Gebiete lange Zeit über unzugänglich gewesen seien, bestehe in Japan erstmals die Möglichkeit, sowohl die unmittelbar von dem nuklearen Unfall betroffene Elterngeneration als auch ihre ersten Nachkommen zu untersuchen. Dies ermögliche eine umfangreiche Untersuchung möglicher kumulativer Effekte der radioaktiven Strahlung sowie ihrer Folgen für einzelne Tiere, die Spezies und das gesamte Ökosystem über unterschiedliche Generationen hinweg, so QUIAGEN.
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© IWR, 2011