02.06.2014, 11:48 Uhr

Geothermie: Daldrup will Ebit-Marge wieder hochschrauben

Grünwald / Ascheberg – Der Geothermie- und Bohrspezialist Daldrup & Söhne hat 2013 seinen Umsatz nahezu verdreifacht. Dennoch sprang unter dem Strich weniger dabei heraus als im Jahr zuvor. 2014 soll die Marge aber wieder klettern. Der Aktienkurs zeigt am Montagmorgen nach unten.

Das Unternehmen, das im Bereich der Bohr-Dienstleistungen u.a. auch in der Schachtanlage des Atommülllagers Asse aktiv war, entwickelt sich gleichzeitig immer mehr zum Betreiber von Geothermie-Kraftwerken.

Daldrup wird unabhängiger EE-Energieversorger

Die Daldrup & Söhne AG hat im Geschäftsjahr 2013 nach testierten Zahlen im Konzern einen Umsatz in Höhe von 60,8 Mio. Euro (2012: 22,7 Mio. Euro) erzielt. Das Unternehmen erwirtschaftete den Umsatz dabei zu 67 Prozent in Deutschland und zu 33 Prozent im angrenzenden Ausland (2012: 41 Prozent). Die Daldrup-Gruppe hat mit der endgültigen Klärung einiger verwaltungsrechtlicher Fragen im eigenen Geothermieprojekt Taufkirchen und der aufgenommenen Fernwärmelieferung an die umliegenden Gemeinden sowie mit dem Erwerb von 40 Prozent der Anteile am bestehenden Geothermiekraftwerk Landau in der Pfalz im Geschäftsjahr 2013 wichtige Schritte hin zu einem unabhängigen, mittelständischen Energieversorger auf Basis erneuerbarer Energie unternommen, teilte das Unternehmen mit.

Umwelttechnische Dienstleistungen in der Schachtanlage Asse

Das Konzernergebnis 2013 war geprägt von einem soliden Bohr- und Tiefbohrgeschäft mit erfolgreich ausgeführten Geothermieprojekten insbesondere in Middenmeer (NL), Heemskerk (NL), Pfullendorf sowie mit umwelttechnischen Dienstleistungen wie in der Schachtanlage Asse. In Geretsried führte Daldrup die tiefste Geothermiebohrung Europas aus. Daldrup erzielte ein Konzern-Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 5,2 Mio. Euro (2012: 6,1 Mio. Euro). Nach planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 3,9 Mio. Euro (2012: 3,8 Mio. Euro) beträgt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Daldrup-Konzerns 1,2 Mio. Euro (Vorjahr 2,3 Mio. Euro). Die Ebit-Marge, bezogen auf die Gesamtleistung, liegt bei 1,9 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent). Nach Finanzergebnis und Steuern ergibt sich ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 0,1 Mio. Euro (2012: 1,2 Mio. Euro). Das Ergebnis pro Aktie (EPS) beläuft sich damit auf 0,02 Euro (2012: 0,21 Euro).

Geothermie-Kraftwerke Taufkirchen und Landau

Bereits seit Dezember 2013 liefert die Bohrung Taufkirchen mittels eines Provisoriums Fernwärme an die Gemeinden Oberhaching und Taufkirchen. Mit Beginn des Jahres 2014 haben die Arbeiten für den obertägigen Bau des Kraftwerks begonnen. Die ersten Inbetriebnahme-Handlungen für das Geothermiekraftwerk (Leistung: 35 MW thermisch; ca. 4,3 MW elektrisch) für die geregelte Strom- und Wärmelieferung mittels Kalina-Technologie sind laut Daldrup nach aktuellem Stand für Ende 2014 vorgesehen.

Daldrup hat im August des Berichtsjahres 40 Prozent der Anteile an der Kraftwerksbetreibergesellschaft geox GmbH (Landau in der Pfalz) mittels der Geysir Europe GmbH, an der die Daldrup & Söhne AG 75,01 Prozent der Anteile hält, von der EnergieSüdwest AG erworben. Das mit ORC-Technologie ausgestattete Kraftwerk mit einer Leistung von max. 3,6 MW elektrisch und max. 7 MW thermisch ist seit Ende 2007 in Betrieb und liefert Strom und Wärme an regionale Verbraucher.

Ausblick: Ebit Marge soll wieder steigen

Bei guter Auftragslage geht der Vorstand für das Geschäftsjahr 2014 von einer Gesamtleistung für den Konzern von rund 68 Mio. € und einer Ebit-Marge von drei bis fünf Prozent aus. Das Obere Ende dieser Zielspanne entspricht dem Niveau von 2012. Kontinuierliche Erträge aus dem Verkauf von Strom und Wärme aus dem Betrieb der Geothermiekraftwerke sollen die Ertrags- und Liquiditätssituation der Daldrup-Gruppe in den nächsten Jahren nachhaltig stabilisieren und die finanzielle Unabhängigkeit stärken. Die Aktionäre reagieren zurückhaltend auf die Zahlen des Unternehmens. Im Handel am Montagvormittag gibt das Wertpapier bislang um 3,4 Prozent auf 12,90 Euro nach (Stand 10:22 Uhr).

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