18.07.2014, 12:21 Uhr

In Jülich entsteht die weltweit größte künstliche Sonne

Jülich – Die Solarforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben begonnen, den weltweit größten Hochleistungsstrahler zu bauen. Diese künstliche Sonne soll in den nächsten drei Jahren entstehen und Experimente unabhängig von Tageszeit und Wetter ermöglichen. Vor allem soll die solare Spaltung von Wassermolekülen erprobt werden.

Das Projekt ist Baustein für die Etablierung des "Solarcampus Jülich", einer Plattform für die anwendungsorientierte Forschung zu solaren Technologien. Die neue künstliche Sonne soll nicht nur für eigene Forschungszwecke zu Verfügung stehen, sondern auch für gemeinsame Projekte mit verschiedenen Partnern aus Forschung und Industrie.

Drei Jahre bis zur Fertigstellung

Wie das DLR mitteilt, handelt es sich um den weltweit größten Hochleistungsstrahler. Die Forscher sollen mit Hilfe der neuen Anlage die Geschwindigkeit bei der Entwicklung neuer Solartechnologien erhöhen. In den nächsten drei Jahren soll die Anlage am Standort Jülich, gut 45 km westlich von Köln, in einer Halle des Technologiezentrums Jülich (TZJ) errichtet werden. In Jülich kooperiert das DLR bereits mit dem Solar-Institut Jülich der FH Aachen. Neben der Erforschung eines neuen solar erzeugten Brennstoffes sollen neue Komponenten für Solarkraftwerke entwickelt und getestet werden.

NRW und Bund unterstützen mit insgesamt 3,5 Millionen Euro

"Die neuen Forschungsmöglichkeiten am DLR-Standort Jülich sind vielversprechend. Sie können neue Arbeitsplätze schaffen und sind ein weiterer wichtiger Baustein für den "Solarcampus Jülich" und damit auch von Bedeutung für die Energiewende "made in NRW". Das Projekt zeigt: Nordrhein-Westfalen ist bei der anwendungsorientierten Forschung zur solaren Technologie weit vorne. Ich freue mich, dass auch das Bundeswirtschaftsministerium das Vorhaben maßgeblich unterstützt hat", sagte Umweltminister Johannes Remmel. Das Projekt wird mit 2,4 Mio. Euro vom NRW-Ministerium für Klimaschutz sowie mit 1,1 Mio. Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Lichtintensität 4.000 mal so hoch wie bei natürlicher Sonnenstrahlung

Der Hochleistungsstrahler soll mit elektrisch betriebenen Xenon-Kurzbogenlampen arbeiten, das Licht dieser Lampen kommt dem natürlichen Sonnenlicht sehr nahe. Mittels Reflektoren, die das Licht der Lampen in einen Brennpunkt fokussieren, können große Strahlungsleistungen und Bestrahlungsstärken erreicht werden, heißt es beim DLR. Unterschiedliche Versuchsanordnungen können demnach realitätsnah durchgeführt werden. Im Fokus der Anwendung steht die Erforschung eines CO2-freien verbrennenden Brennstoffs. Dies soll durch die solare Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gelingen. Das DLR hat dies schon im Labor in Köln erprobt, nun soll der neue Heizstrahler in Jülich den Übergang in den Industriemaßstab ermöglichen. Der jülicher Heizstrahler soll eine Leistung von rund 200 Kilowatt und Bestrahlungsstärken von etwa vier Megawatt pro Quadratmeter erreichen. Die bereitgestellte Lichtintensität der zirka 80 Lampen und Reflektor-Module entspricht in etwa dem viertausendfachen der natürlichen Sonnenstrahlung.

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