01.07.2026, 11:35 Uhr

Megawattladen nimmt Fahrt auf: Eon und Tank & Rast erhalten Zuschlag für Lkw-Ladenetz in Deutschland


© Eon AG

Essen/Bonn – Der Aufbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur für den elektrischen Schwerlastverkehr nimmt in Deutschland konkrete Formen an. Eon und Tank & Rast haben im Rahmen der Deutschlandnetz-Ausschreibung des Bundes den Zuschlag für eines von fünf Losen zum Aufbau eines Hochleistungs-Ladenetzes für schwere Nutzfahrzeuge erhalten.

Mit dem Projekt entsteht eine der ersten großskaligen Anwendungen von Megawatt-Charging-Systemen (MCS) im öffentlichen Raum. Die Technologie soll es ermöglichen, große Batteriekapazitäten von E-Lkw während kurzer Standzeiten zu laden und damit die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs auch auf langen Strecken voranzutreiben.

Megawattladen als Schlüssel für elektrischen Fernverkehr

Vorgesehen sind 195 Ladepunkte an 24 Standorten entlang wichtiger Autobahnachsen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Megawattladen: 101 MCS-Ladepunkte sollen künftig den Fernverkehr mit elektrischen Lkw ermöglichen. Der erste Standort soll 2027 in Betrieb gehen.

Die Ladeinfrastruktur wird auf unterschiedliche Einsatzprofile im Güterverkehr ausgerichtet. Neben den 101 MCS-Ladepunkten entstehen 32 CCS-Ladepunkte mit 400 kW für kürzere Zwischenstopps sowie 62 CCS-Ladepunkte mit 150 kW für längere Standzeiten und Übernachtladungen.

Eon und Tank & Rast setzen das Projekt gemeinsam um und übernehmen jeweils die Hälfte der 24 Standorte. Während Tank & Rast seine Erfahrung mit Verkehrs- und Autobahninfrastruktur einbringt, verantwortet E.ON die Planung, den Aufbau und den Betrieb der Ladeinfrastruktur.

„Die Elektrifizierung des Pkw hat gezeigt: Ist die Infrastruktur da, folgt der Markt. Beim E-Lkw bauen wir genau diese Grundlage“, sagte Timo Sillober, CEO von Eon Drive Infrastructure. Ab 2027 werde das Unternehmen sein Lkw-Ladenetzwerk entlang zentraler Autobahnachsen in Deutschland erweitern und Ladeleistungen für unterschiedliche Einsatzfälle bereitstellen.

Deutschlandnetz für Lkw soll Infrastruktur-Lücke schließen

Das Projekt ist Teil des vom Bund unterstützten Ausbaus eines flächendeckenden Schnellladenetzes für schwere Nutzfahrzeuge. Neben den Ladepunkten umfasst der Ausbau auch technische Infrastruktur wie Netzanschlüsse, Trafostationen, IT-Systeme und Reservierungslösungen.

„Der elektrische Schwerlastverkehr braucht ein Ladenetz, das unterschiedliche Anforderungen entlang und im Umfeld der Autobahnen abdeckt“, sagte Peter Markus Löw, CEO der Tank & Rast Gruppe. Mit E.ON werde die bestehende Infrastruktur an Autohöfen und weiteren geeigneten Standorten im Autobahnnetz ergänzt.

Mit dem Ausbau sollen zentrale Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Einsatz von E-Lkw geschaffen werden. Insbesondere im Fernverkehr gilt eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur als entscheidender Faktor, um batterieelektrische Nutzfahrzeuge gegenüber konventionellen Antrieben konkurrenzfähig zu machen.

Quelle: IWR Online

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