12.05.2026, 14:04 Uhr

Eon-Analyse: Wärmepumpen hätten Heizkosten deutscher Haushalte um Milliarden gesenkt


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München – Der Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf Wärmepumpen hätte deutschen Haushalten in der Heizsaison 2025/26 Einsparungen in Milliardenhöhe ermöglicht. Nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon ergibt sich allein für Besitzer selbst genutzter Einfamilienhäuser ein bundesweites Einsparpotenzial von rund 2,28 Milliarden Euro.

Grundlage der Analyse sind rund 8,7 Millionen selbst genutzte Einfamilienhäuser in Deutschland, die bislang mit Öl oder Gas beheizt werden. Eon stützt sich dabei auf Daten des Statistischen Bundesamtes, des Umweltbundesamtes sowie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Wärmepumpen laut Eon wirtschaftlich klar im Vorteil

Nach Angaben des Unternehmens lag der durchschnittliche Wärmebedarf pro Einfamilienhaus in der Heizperiode von Oktober 2025 bis März 2026 bei knapp 14.000 Kilowattstunden. Auf Basis aktueller Energiepreise ergibt sich daraus ein deutliches Kostenvorteilpotenzial zugunsten elektrischer Wärmepumpen.

Martin Endress, Chief Commercial Officer bei Eon Energie Deutschland, erklärte: „Allein die Menschen in Einfamilienhäusern hätten in der abgelaufenen Heizsaison durch den Umstieg auf eine elektrische Wärmepumpe insgesamt rund 2,28 Milliarden Euro an Energiekosten einsparen können.“

Gleichzeitig verwies Endress darauf, dass eine stärkere Elektrifizierung des Wärmesektors langfristig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren und damit auch geopolitische Risiken begrenzen könne.

Deutliche CO2-Einsparungen möglich

Neben den Kostenvorteilen hebt Eon vor allem die möglichen Klimaschutzeffekte hervor. Würden alle bislang fossil beheizten Einfamilienhäuser auf Wärmepumpen umgestellt, könnten laut Berechnung in einer Heizsaison rund 14,1 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden – bei Nutzung von Ökostrom sogar bis zu 27,3 Millionen Tonnen.

Bereits bei einer Umstellung von 50 Prozent der betroffenen Haushalte ergäbe sich ein Einsparpotenzial von mehr als sieben Millionen Tonnen CO2, so Eon.

Zusätzliche Einsparungen seien laut Eon durch eine intelligente Steuerung der Wärmepumpen möglich. Durch flexible Stromnutzung in Zeiten niedriger Netzauslastung sowie reduzierte Netzentgelte seien weitere Entlastungen von bis zu 250 Euro pro Jahr erreichbar.

Wärmewende bleibt zentrale Herausforderung

Die Wärmewende zählt weiterhin zu den zentralen Herausforderungen der deutschen Energiepolitik. Während der Ausbau klimafreundlicher Heiztechnologien politisch vorangetrieben wird, bremsen hohe Investitionskosten, Unsicherheiten bei Förderbedingungen und Diskussionen um Strompreise den Markthochlauf.

Eon sieht in der stärkeren Elektrifizierung des Wärmesektors dennoch einen wesentlichen Hebel für sinkende Emissionen, geringere Importabhängigkeit und mehr Flexibilität im Energiesystem.

Quelle: IWR Online

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