Northland Power im Q1 mit Umsatz- und Gewinnsprung dank Offshore-Wind - Aktie gibt nach

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Toronto (Kanada) - Der kanadische Energiekonzern Northland Power hat im ersten Quartal 2026 Umsatz, Gewinn und operatives Ergebnis deutlich gesteigert. Treiber waren eine höhere Windstromproduktion durch Offshore-Windparks sowie Beiträge aus neuen Energiespeicherprojekten. Auch der Cashflow legte zweistellig zu. Die Aktie gibt nach.
Das im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelistete Energieunternehmen Northland Power setzt seine Strategie konsequent auf den Ausbau von Offshore-Wind und Energiespeichern. Parallel treibt das Unternehmen Großprojekte in Europa und Asien voran, sichert langfristige Abnahmeverträge und optimiert das Entwicklungsportfolio durch selektive Projektstreichungen und Fokus auf renditestarke Kapazitäten.
Q1 2026: Deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum
Northland Power hat im ersten Quartal 2026 eine spürbare Verbesserung seiner Finanzkennzahlen erzielt. Die Erlöse aus dem Energiegeschäft stiegen auf 774,6 Mio. CAD (Q1 25: 665,1 Mio. CAD), was einem Plus von rund 16 % entspricht. Das Adjusted EBITDA legte um 18 % auf 427,4 Mio. CAD (361,2 Mio. CAD) zu.
Auch das operative Ergebnis (Operating Income) erhöhte sich auf 335,6 Mio. CAD (279,7 Mio. CAD; +20 %). Der Nettogewinn kletterte deutlich auf 160,5 Mio. CAD (110,8 Mio. CAD; +45 %). Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn je Aktie betrug 0,33 CAD (0,25 CAD im Vorjahresquartal), was einem Zuwachs von rund 32 % entspricht. Gestützt wurde die Entwicklung durch einen Anstieg des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit auf 571,4 Mio. CAD (422,8 Mio. CAD; +35 %).
„Wir hatten einen positiven Start ins Jahr, getragen von einer starken operativen Leistung und dem fortgesetzten Fortschritt in unserem Bauportfolio. Angesichts der steigenden Stromnachfrage in unseren Kernmärkten konzentrieren wir uns darauf, unsere Projekte diszipliniert umzusetzen und Mehrwert zu schaffen, unter anderem durch den kürzlich unterzeichneten Stromabnahmevertrag für Hai Long“, erklärte CEO Christine Healy.
Offshore-Wind treibt Produktion und Ergebnis
Zentraler Wachstumstreiber bleibt das Offshore-Windgeschäft. Die Stromproduktion stieg konzernweit um 13 % auf 3.403 GWh (3.015 GWh). Ursache waren vor allem bessere Windbedingungen sowie die fortschreitende Inbetriebnahme großer Offshore-Projekte in Europa.
Die Projekte Baltic Power in Polen (1,1 GW) und Hai Long in Taiwan (1,0 GW) befinden sich weiterhin im Bau und erreichten wichtige Meilensteine. Bei Baltic Power wurden alle Export- und Inter-Array-Kabel installiert sowie 38 von 76 Turbinen errichtet. Hai Long meldete 51 installierte Turbinen von insgesamt 73 Turbinen, davon 32 bereits in Betrieb. Zudem sicherte sich Northland Power für das Projekt ein 30-jähriges Corporate Power Purchase Agreement (CPPA). Nach Erfüllung bestimmter administrativer aufschiebender Bedingungen im späteren Verlauf des Jahres 2026 werden dann 100 % der Erzeugungskapazität vertraglich an den aktuellen Unternehmenskäufer gebunden.
Projektpipeline und Energiespeicher gewinnen an Bedeutung
Neben Offshore-Wind baut Northland Power gezielt das Geschäft mit Energiespeichern aus. Das als Zwei-Stunden-Speicher konzipierte Jurassic Battery Energy Storage Project in Kanada mit einer Leistung von 80 MW und einer Speicherkapazität 160 MWh befindet sich in der Endphase der Umsetzung und soll Ende 2026 in Betrieb gehen. In Polen entwickelt das Unternehmen zusätzlich zwei große Vier-Stunden-Speicherprojekte mit insgesamt 300 MW bzw. 1,2 GWh Kapazität (100 MW / 400 MWh Kamionka Projekt; 200 MW / 800 MWh Mieczysławów Projekt).
Seit dem zweiten Quartal 2025 in Betrieb und ergebniswirksam ist das Speicherprojekt Oneida Energy Storage Facility (250 MW / 1.000 MWh). Gleichzeitig bereinigt Northland sein Portfolio und hat im ersten Quartal ein US-Onshore-Windprojekt eingestellt sowie eine Offshore-Genehmigung in Südkorea nicht verlängert.
Ausblick: Wachstumskurs für 2026 bestätigt
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt das Management die Prognose. Laut Guidance wird ein Adjusted EBITDA zwischen 1,45 und 1,65 Mrd. CAD sowie ein Free Cash Flow je Aktie von 1,05 bis 1,25 CAD.
Strategisch bleibt der Fokus klar auf Offshore-Wind, Energiespeichern und langfristig abgesicherten Stromverträgen. Damit positioniert sich Northland Power weiter als internationaler Infrastrukturbetreiber im Zuge der globalen Energiewende.
Aktienkurs gibt nach
Die Northland Power-Aktie steht nach den ersten vier Handelstagen am Donnerstagabend mit einem Minus von 2 % bei 14,09 Euro (Schlusskurs, 14.05.2026, Börse Stuttgart). Gegenüber dem Jahreswechsel steht die Aktie damit noch bei einem Plus von 29 %.
Quelle: IWR Online
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