18.08.2026, 15:51 Uhr

PV-Freiflächenausschreibung: Nachfrage bleibt hoch - Überzeichnung schwächt sich ab


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Bonn, Münster – Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die erfolgreichen Gebote der Ausschreibung für PV-Freiflächenanlagen zum Gebotstermin 1. Juli 2026 bekanntgegeben. Das Interesse der Bieter bleibt hoch, die Ausschreibung ist erneut überzeichnet.

Die Ausschreibungsrunden der BNetzA für PV-Freiflächenanlagen und für Solaranlagen auf baulichen Anlagen, die weder Gebäude noch Lärmschutzwände sind (Solaranlagen des ersten Segments) waren in Deutschland zuletzt über mehrere Runden hinweg deutlich überzeichnet. Der Abstand zwischen Gebots- und Ausschreibungsvolumen fällt in dieser Runde jedoch deutlich geringer aus als in der Vorrunde. Das könnte auf eine beginnende Verschiebung dieser Dynamik hindeuten – ohne dass sich das grundsätzlich hohe Interesse an Freiflächenprojekten damit bereits umkehren würde.

Überzeichnung geht zurück: Faktor sinkt von rund 2 auf rund 1,5

Bei einer ausgeschriebenen Menge von 2.135 Megawatt (MW) reichten die Bieter 401 Gebote mit einer Gebotsmenge von 3.170 MW ein. Damit übersteigt die eingereichte Gebotsmenge das Ausschreibungsvolumen um den Faktor rund 1,5 – in der Vorrunde zum 1. März 2026 hatte dieses Verhältnis noch bei rund 2 gelegen. Die BNetzA schloss 48 Gebote vom Zuschlagsverfahren aus. Damit erhielten 261 Gebote mit einer Leistung von rund 2.135 MW einen Zuschlag. Das Ausschreibungsvolumen wurde damit nahezu passgenau ausgeschöpft.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte reichen von 4,38 bis 4,97 ct/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 4,79 ct/kWh und damit unterhalb des Wertes der Vorrunde (4,94 ct/kWh). „Die Gebotsrunde war erneut überzeichnet. Im Vergleich zur Vorrunde sind die Zuschlagswerte leicht gefallen", kommentiert BNetzA-Präsident Klaus Müller das Ergebnis.

Bayern führt Länderranking vor Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Im Bundesländerranking entfallen die meisten Zuschläge wieder auf Bayern (429 MW, 75 Zuschläge), gefolgt von Baden-Württemberg (266 MW, 41 Zuschläge), Rheinland-Pfalz (239 MW, 25 Zuschläge), Nordrhein-Westfalen (233 MW, 21 Zuschläge) und Niedersachsen (225 MW, 28 Zuschläge). Bayern führte auch in den vorangegangenen Ausschreibungsrunden regelmäßig das Länderranking an.

Marktstammdatenregister: Bayern bleibt Spitzenreiter bei Neuinbetriebnahmen, bundesweiter Zubau leicht über Vorjahr

Nach einer aktuellen IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der BNetzA wurden von Januar bis Juli 2026 in Deutschland PV-Anlagen mit einer Leistung von rund 9.594 MW neu in Betrieb genommen (Stand der Analyse: 16.08.2026). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 9.470 MW entspricht das einem leichten Anstieg um 1,3 Prozent.

Auf Bayern entfallen davon rund 2.213 MW. Trotz weiterhin klarem Spitzenplatz entspricht das einem Rückgang von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2.550 MW). Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Baden-Württemberg mit rund 1.166 MW (-14,5 Prozent) und Nordrhein-Westfalen mit rund 1.119 MW (-8,0 Prozent). Gegenläufig entwickelt sich Brandenburg. Dort stieg die neu installierte PV-Leistung von Januar bis Juli 2026 auf rund 960 MW. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (504 MW) ist das ein Wachstum um 90,5 Prozent.

Die nächste Ausschreibungsrunde für Solaranlagen des ersten Segments ist auf den 1. Dezember 2026 terminiert.

Quelle: IWR Online

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