07.01.2014, 08:25 Uhr

Strompreise sinken an der Börse im Dezember 2013 weiter

Leipzig / Paris – Die Strompreise an der Börse sind im Dezember 2013 weiter gesunken und bewegen sich deutlich unterhalb der Marke von vier Cent je Kilowattstunde (kWh). Am Spotmarkt der EPEX in Paris beträgt der mittlere Börsenpreis des day-ahead-Handels für deutschen Grundlaststrom im Dezember 3,58 Cent/kWh. Das bedeutet einen Rückgang im Vergelich zum November (3,92 Cent/kWh) von knapp neun Prozent.

Während die Preiskurve in Deutschland im Dezember wieder nach unten zeigt, hat sich der mittlere Börsenpreis in Frankreich auf 4,97 Cent/kW im Dezember leicht verteuert (Nov. 2013: 4,91 Cent/kWh). Auch in der Schweiz, wo sich dieser Preis im vergangenen Monat auf 5,26 Cent/kWh eingependelt hat, ist ein Anstieg zu verzeichnen (Nov. 2013: 4,93 Cent/kWh).

Strompreise in Frankreich an Termin- und Spotmarkt höher als in Deutschland

Am Spotmarkt der Strombörse EPEX werden kurzfristige Stromkontingente gehandelt. Die hier beschriebenen Strompreise gelten für den day-ahead-Handel. Dort werden Kontingente für den jeweils darauffolgenden Tag gehandelt. Im Gegensatz dazu wird am Terminmarkt der längerfristige Stromhandel getätigt. Diese Stromkontingente werden für den deutschen Markt an der Energiebörse EEX in Leipzig gehandelt.

Wie die EEX berichtet, ist ein Strompreis für die Grundlastlieferung am Terminmarkt für das Jahr 2014 am 23. Dezember 2013 von 3,73 Cent/kWh festgestellt worden. Das ist zwar gegenüber der Feststellung vom 29. November (3,68 Cent/kWh) ein leichter Anstieg,, doch ist der vergleichbare Preis in Frankreich mit 4,42 Cent/kWh um rund 18 Prozent teurer als in Deutschland (Frankreich am 29.11.2013: 4,25 Cent/kWh).

Günstige Strompreise kommen beim Verbraucher nicht an

Auch zum Start des neuen Jahres müssen zahlreiche Endkunden in Deutschland für Elektrizität wieder tiefer in die Tasche greifen, auch wenn die Preiserhöhungen weniger dramatisch ausgefallen sind als noch vor einem Jahr. Daher stellt sich die Frage, warum die Stromversorger die sinkenden Börsen-Strompreise an die Verbraucher nicht oder nur zögerlich weitergeben. Der Grund liegt in der Tatsache, dass eine Vielzahl von Stromversorgern selbst gar keinen billigen Börsenstrom einkaufen. Stattdessen haben sie einen für sie risikolosen Vollversorgungsvertrag mit einem der großen Stromerzeuger und Vorlieferanten über mehrere Jahre abgeschlossen. Die Strom-Einkaufspreise sind dann für den Vertragszeitraum fix und schwanken nicht wie an der Börse. Günstige Einkaufspreise können somit auch nicht zeitnah an die Endkunden weitergegeben werden.

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