26.04.2007, 11:32 Uhr

Umweltminister Gabriel: Klimaschutz bedeutet Umbau der Industriegesellschaft - geplante EU-Ziele können noch übertroffen werden

Berlin - Deutschland kann den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 reduzieren. Dazu ist aber schnelles und entschlossenes Handeln erforderlich. In einer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag hat heute Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erläutert, mit welchen Maßnahmen die Bundesregierung dieses ehrgeizige Ziel erreichen will. Ins Zentrum eines 8-Punkte-Plans stellte er dabei die massive Senkung des Energieverbrauchs, den Neubau effizienterer Kraftwerke und den drastischen Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich darauf verständigt, die CO2-Emissionen in Europa bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren, wenn ein neues internationales Klimaschutzabkommen zustande kommt. Nach einem Beschluss des Bundestages müsste Deutschland seinen Ausstoß von Treibhausgasen dann um 40 Prozent verringern. "Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Aber erste Ergebnisse von Studien im Auftrag der Bundesregierung zeigen, dass das machbar ist. Wir können den CO2-Ausstoß bis 2020 um 270 Mio. Tonnen gegenüber dem Stand von heute reduzieren, wenn wir die Weichen richtig stellen", sagte Sigmar Gabriel.
Gabriel stellte acht konkrete Maßnahmen vor:
  • Reduktion des Stromverbrauchs um 11 Prozent durch massive Steigerung der Energieeffizienz (Einsparvolumen: 40 Mio. Tonnen)

  • Erneuerung des Kraftwerksparks durch effizientere Kraftwerke (30 Mio. Tonnen)

  • Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf über 27 Prozent (55 Mio. Tonnen)

  • Verdoppelung der effizienten Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung auf 25 Prozent (20 Mio. Tonnen)

  • Reduktion des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierung, effiziente Heizungsanlagen und in Produktionsprozessen (41 Mio. Tonnen)

  • Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien im Wärmesektor auf 14 Prozent (14 Mio. Tonnen)

  • Steigerung der Effizienz im Verkehr und Steigerung des Anteils der Biokraftstoffe auf 17 Prozent (30 Mio. Tonnen)

  • Reduktion der Emissionen von anderen Treibhausgasen wie zum Beispiel Methan (40 Mio. Tonnen)

Sigmar Gabriel: "Die letzten Monate haben uns allen die Gefahren des Klimawandels vor Augen geführt. Jetzt müssen wir die richtigen Konsequenzen aus den wissenschaftlich belegten Fakten ziehen. Dabei geht es um nicht weniger als den Umbau der Industriewirtschaft. Wir werden neue Technologien entwickeln müssen, um effizienter mit den vorhandenen Energieträgern umzugehen. Wir werden bei den erneuerbaren Energien weitere Innovationsschübe brauchen. All das birgt auch große ökonomische Chancen - gerade für ein exportorientiertes Land wie Deutschland.
Wir alle können mit unserem Verhalten im Alltag ganz maßgeblich zum Klimaschutz beitragen, so Gabriel weiter. Energie sparen sei so einfach und lohnt sich. Neben einem optimierten Lüftungsverhalten in Wohnungen, der konsequenten Vermeidung von Standby könne der Stromverbrauch auch bedeutend gesenkt werden, wenn man beim Kauf von Kühlschränken, Computern und Glühlampen auf den Stromverbrauch achten.
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Quelle: iwr/26.04.07/