24.09.2026, 12:47 Uhr

Wachsender Strombedarf von KI-Rechenzentren: 2G Energy erhält Großauftrag von Energy Vault


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Heek - Ohne Strom kein Rechenzentrum: Der rasant wachsende Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz macht eine ausreichende und zuverlässige Stromversorgung zu einer zentralen Herausforderung für Betreiber und Entwickler weltweit. Die 2G Energy AG hat vom US-Unternehmen Energy Vault einen Großauftrag über Stromerzeugungsanlagen für KI-Rechenzentren in den USA erhalten.

Der Stromverbrauch von Rechenzentren verdoppelt sich laut IEA-Prognose weltweit von 485 TWh (2025) auf rund 950 TWh (2030). Netzanschlüsse verzögern sich, weil die wachsende Zahl an Rechenzentrumsprojekten die Planungs- und Genehmigungssysteme belastet. Zur Deckung des immensen Strombedarfs kommen erneuerbare Energien in Betracht, auch am Standort mit Speichern. Bei begrenzten Netzkapazitäten können dezentrale Vor-Ort-Lösungen wie Blockheizkraftwerke oder Brennstoffzellensysteme zur Stromversorgung beitragen.

2G Energy erhält Auftrag über 275 MW von Energy Vault - Auslieferung von Q4 2027 bis Q3 2028

Energy Vault hat bei 2G Energy Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 275 MW bestellt. Energy Vault entwickelt, besitzt und betreibt integrierte Energielösungen für Energieversorger, unabhängige Stromerzeuger, Industriekunden sowie den KI- und Rechenzentrumsmarkt. Die Anlagen kommen in den Lösungen „Powered Land“ und „Powered Shell“ zum Einsatz, die sich an KI- und Rechenzentrumskunden einschließlich Hyperscalern richten.

2G entwickelt und produziert in Heek dezentrale Energielösungen, darunter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, Großwärmepumpen und Spitzenlast-Aggregate. Im Rahmen des Energy-Vault-Auftrags liefert das Unternehmen schlüsselfertige, containerisierte Stromerzeugungsanlagen. Diese werden in Heek vormontiert und getestet und anschließend in die USA geliefert. Die Auslieferung ist nach aktueller Projektplanung zwischen dem vierten Quartal 2027 und dem dritten Quartal 2028 vorgesehen. Der Auftrag umfasst neben Lieferung und Inbetriebnahme auch langfristige Serviceleistungen über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen.

„Dieser Auftrag zeigt, dass unsere Technologie und unser Ansatz für standardisierte, leistungsstarke und schnell einsetzbare Stromerzeugungslösungen den Anforderungen des stark wachsenden Rechenzentrumsmarktes gerecht werden“, kommentiert 2G-CEO Pablo Hofelich den Großauftrag.

Erzeugung, Batteriespeicher und VaultOS: Energy Vault kombiniert Strom vor Ort mit Speichern

Marco Terruzzin, Chief Revenue Officer von Energy Vault, sagt: „Kunden aus dem Bereich der KI-Infrastruktur benötigen eine zuverlässige und jederzeit verfügbare Stromversorgung innerhalb von Zeitrahmen, die konventionelle Netzanschlüsse häufig nicht ermöglichen können.“ Nach Darstellung von 2G kann Vor-Ort-Stromerzeugung bestehende Netzinfrastruktur ergänzen, insbesondere wenn die Netzkapazität begrenzt ist oder kurzfristig zusätzliche Leistung benötigt wird.

Die 2G-Anlagen sind in der Energiearchitektur von Energy Vault als Stromerzeugungsebene vorgesehen. Sie werden mit Batteriespeichern und Steuerungssystemen kombiniert, darunter die Energiemanagement-Software VaultOS. Die Systeme koordinieren Erzeugung und Speicherung in Echtzeit. Sie sollen Netzqualität und Versorgungssicherheit unterstützen und auf schnell wechselnde Lasten von KI-Rechenzentren reagieren.

Die Serverlast von KI-Rechenzentren schwankt laut IEA wiederholt um mehr als 50 Prozent der Nennleistung innerhalb einer Sekunde. Speicher wie Lithium-Ionen-Batterien werden deshalb zu einer entscheidenden Technologie für KI-Rechenzentren. Laut Terruzzin lassen sich mit der Architektur zudem Netzstrom sowie Strom aus erneuerbaren Energien integrieren, sobald diese verfügbar sind.

2G baut Fertigung in Heek aus - Zweiter Produktionsstandort bis Ende 2027

2G erweitert angesichts der wachsenden Nachfrage die Produktionskapazitäten in Heek. Eine neue Produktionshalle ist Anfang 2026 in Betrieb gegangen, ein zweiter Produktionsstandort ist im Aufbau, die Fertigstellung ist bis Ende 2027 vorgesehen. Aus Sicht von 2G-CEO Hofelich erhöhen im Rechenzentrumsmarkt der wachsende Strombedarf, begrenzte Netzkapazitäten sowie Einschränkungen bei Infrastruktur und Ressourcen die Bedeutung alternativer und dezentraler Stromversorgungslösungen. 2G sieht darin einen langfristigen Wachstumsmarkt.

Quelle: IWR Online

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