31.03.2014, 12:25 Uhr

Weltklimarat: Erderwärmung wirkt schlimmer als erwartet

Yokohama, Japan / Münster – Nach Einschätzung des Weltklimarats wirken die Folgen des weltweiten Klimawandels gravierender als noch vor einigen Jahren angenommen. Dies geht aus dem neuen Klimabericht des Klimarats der Vereinten Nationen IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) hervor.

Vermeintlich positive Folgen des Klimawandels in gewissen Regionen der Erde, auf die noch im Bericht aus dem Jahr 2007 hingewiesen wurde, stellen die Autoren inzwischen wieder in Frage. Man könne inzwischen nicht mehr mit Gewissheit sagen, dass der Klimawandel tatsächlich zu positiven Veränderungen in den genannten Regionen führe. Auch das Jahr 2014 hat bereits wieder einige Beispiele für auffällige Wetterphänomene parat.

IPCC: Klimawandel schon in vollem Gange

Die Arbeitsgruppe II des IPCC hat ihren Bericht „Klimawandel 2014: Auswirkungen, Anpassung und Anfälligkeit“ („Climate Change 2014: Impacts, Adaptation, and Vulnerability“) vorgestellt. Darin wird ein düsteres Bild für die Zukunft gezeichnet: Die IPCC-Wissenschaftler aus aller Welt haben die Auswirkungen des Klimawandels auf Gesellschaftsgruppen, Unternehmen und Ökosysteme untersucht. Dabei haben sie feststellen müssen, dass der Klimawandel ein von Menschenhand geschaffenes Problem ist, das bereits in vollem Gange ist. Demnach sind bereits alle Kontinente und Ozeane betroffen und befinden sich im Wandel. Das größte Risiko sehen die Wissenschaftler darin, dass Länder, Gesellschaften und Unternehmen unvorbereitet mit dem Klimawandel konfrontiert werden.

Investitionen für eine bessere Vorbereitung auf den Klimawandel

Während die Wissenschaftler eindringlich vor den Risiken des Klimawandels warnen und unterschiedliche Szenarien betrachten, fordern sie auch, nicht die Hoffnung zu verlieren. Der Klimawandel berge nämlich auch Chancen und sei bereits vielerorts auf der politischen Agenda. Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe II Chris Field der Carnegie Institution for Science erklärte, dass Anpassung an den Klimawandel kein exotisches Vorhaben mehr sei. Nun müsse allerdings viel Arbeit darauf verwendet werden, sich auf die zukünftigen Risiken vorzubereiten. Investitionen in eine bessere Vorbereitung auf den Klimawandel würden sich bereits heute und noch stärker in Zukunft auszahlen, so Vicente Barros von der Universität Buenos Aires (UBA), ebenfalls einer der stellvertretenden Vorsitzende der Arbeitsgruppe.

Dürre in Kalifornien und warmer Februar in Deutschland

Auch in Deutschland sind Wetterauffälligkeiten zu beobachten: Der letzte Winter war besonders mild und hat zu einem der wärmsten je erfassten Februar-Monate geführt. Laut dem Bericht des Weltklimarats stehen uns die düsteren Zeiten allerdings noch bevor: Überschwemmungen sollen häufiger eintreten und auch Hitzewellen werden keine Seltenheit mehr sein. Davon werden Teile Nordamerikas schon heute heimgesucht. Kalifornien leidet aktuell unter der schlimmsten Dürre in der Geschichte, der Notstand ist bereits ausgerufen worden und die Wasserspeicher sind fast leer. Das könnte zu einem enormen Problem für den US-Staat werden, der knapp 50 Prozent des amerikanischen Obst- und Gemüsebedarfs liefert. Auch der IPCC-Bericht stellt fest, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft bereits in mehreren Regionen der Welt zu beobachten seien. Laut IPCC-Wissenschaftler gefährdet dies langfristig die weltweite Ernährungssicherheit.

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