01.10.2014, 10:39 Uhr

Wind wird berechenbarer - Neue Vollfeld-Windmessung von SSB Wind

Salzbergen – Im Gegensatz zu anderen Kraftwerken und Turbinen lässt sich die Leistungskennlinie einer Windkraftanlage bislang nur vergleichsweise ungenau bestimmen. Hauptgrund für dieses Problem sind die bisher erfassten Parameter bei den Windmessungen. Doch der Windenergie-Spezialist SSB Wind Systems hat nun ein neues Verfahren entwickelt, mit dem eine deutlich präzisere Messung möglich sein soll.

Wie die SSB Wind Systems aus Salzbergen in Niedersachen mitteilt, liegen die Gründe für die bisher unzulänglichen Angaben zur Leistung einer Windkraftanlage in der Ermittlung der Leistungskennlinien. Die unzureichende Erfassung der relevanten Windparameter sehen die SSB-Experten als Ursache.

SSB: Tatsächliche Kennlinien bislang zu ungenau

Die Leistung von Windkraftanlagen wird laut SSB bis dato vor allem über Leistungskurven beurteilt. Diese basieren in der Regel auf Daten eines Wind-Anemometers sowie dem 10-Minuten-Mittel der erzeugten Leistung. Diese Daten (Leistung-zu-Windgeschwindigkeit) seien jedoch vieldeutig, da eine Windmessung durch ein herkömmliches Anemometer andere wichtige Parameter wie Scherwinde, Windrichtung sowie die Drehung der Windrichtung nicht berücksichtigt. Die tatsächliche Leistungskennlinie einer Windkraftanlage lässt sich laut SSB auf diese Weise nicht ermitteln. Doch das Unternehmen aus Salzbergen zeigt auch eine Lösung für das Problem auf.

Blade Vision System: Kamera mit an Bord

Das neue sogenannte Blade Vision System von SSB soll nun auf Basis von Blattverformungen eine sogenannte Vollfeld-Windmessung durchführen. Im Zusammenspiel aus der Messung von Verformungen der Rotorblätter, einer Signalanalyse und einer Auswerteeinheit werden genauere Daten erhoben. Hierbei erkennt eine Digitalkamera die Verformungen anhand von Auslenkungen der auf den Rotorblättern angebrachten Reflektoren und diese Signale werden in Echtzeit an den Computer im Maschinenhaus übertragen. Das System kann zudem Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Winddrehung, vertikale und horizontale Scherwinde sowie vertikale Windgeschwindigkeiten mit hoher zeitlicher Auflösung und hoher Genauigkeit messen, so SSB.

Messintervall: 15 Sekunden statt zehn Minuten

Über einen Zeitraum von 15 Sekunden werden diese Windsignale gemittelt. Die bei der Drehung der Rotorblätter entstehenden Biegungen werden alle 50 Millisekunden ermittelt. Mit diesen nahezu in Echtzeit ermittelten Daten bekommt das System eine sofortige Information über die Windfeldbedingungen. Durch die genannten Faktoren können die gemessenen Leistungen der Anlage nach Windscherung, Turbulenzniveau und Winddrehung zum Zeitpunkt der Energieerzeugung kategorisiert und somit jede dieser Kategorien als Leistungskurve dargestellt werden. Dadurch soll eine eindeutige Leistungskurve erstellt und der Kennlinienverlauf deutlich besser und mit weniger Zeitverzug beschrieben werden können, teilt SSB mit.

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