02.02.2024 11:25 Uhr

Fernwärme-Vereinbarung

Fernwärme-Vereinbarung:Ørsted nutzt überschüssige Wärme aus CCS-Prozess für Versorgung im Großraum Kopenhagen


© Ørsted

Fredericia, Dänemark - Der Energiekonzern Ørsted hat mit den dänischen Fernwärmeunternehmen VEKS und CTR ein Abkommen über die Nutzung überschüssiger Wärme aus der Kohlenstoffabscheidung am Standort Avedøre Power Station getroffen. Mit der anfallenden Wärme sollen bis zu 16.000 dänische Haushalte im Großraum Kopenhagen mit Fernwärme versorgt werden.

Ørsted hat im Dezember 2023 bekanntgegeben, am Standort des Kraftwerks Avedøre eine Carbon-Capture-Storage-Anlage (CCS) zu errichten, mit der jährlich 150.000 Tonnen CO2 aus dem strohbefeuerten Block des Kraftwerks abgeschieden werden sollen.

Nach der Inbetriebnahme der Kohlenstoffabscheidungsanlage, die für 2026 geplant ist, werden große Mengen an überschüssiger Wärme erzeugt, die zur Bereitstellung von Fernwärme für den Großraum Kopenhagen verwendet werden können.

„Wir prüfen ständig Möglichkeiten für die Bereitstellung grüner und wettbewerbsfähiger Fernwärme, und ich freue mich, dass wir uns mit unseren Wärmekunden geeinigt haben, um die überschüssige Wärme unserer zukünftigen Kohlenstoffabscheidungsanlage zu nutzen“, begrüßt Ole Thomsen, Senior Vice President und Head of Bioenergy die Fernwärme-Pläne.

Die Energie, die zur Abscheidung von Kohlenstoff benötigt wird, stammte aus der eigenen Strohanlage des Kraftwerks und ist damit erneuerbare Energie. Mit Hilfe einer Wärmepumpe kann die überschüssige Wärme aus dem CCS-Prozess und der Rauchgaskondensation zur Fernwärme aufbereitet werden, so dass dieselbe Energie doppelt genutzt wird. Dies führe zu einer umweltfreundlicheren Fernwärme für den Großraum Kopenhagen und zu einem deutlich geringeren Energieverbrauch für den CO2-Abscheidungsprozess, so Ørsted.

„Diese Vereinbarung ist ein sehr wichtiger und greifbarer Schritt bei der Umstellung von VEKS auf die grünen Technologien der Zukunft. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass Fernwärme ein wichtiger Bestandteil der Sektorkopplung und gleichzeitig umweltfreundlich, zuverlässig und preisgünstig ist. Wir freuen uns auf die Verhandlungen über eine langfristige Einigung für die überschüssige Wärme aus der Anlage", betont Steen Christiansen, Vorsitzender von VEKS.

"Die Fernwärmeversorgung der Zukunft wird aus vielen verschiedenen Wärmequellen bestehen, die gemeinsam dazu beitragen können, dass wir weiterhin Fernwärme zu einem attraktiven Preis anbieten können", ergänzt die CTR-Vorsitzende Line Barfod.

Die Vereinbarung zwischen VEKS, CTR und Ørsted gilt für den Zeitraum 2024-2027. Danach soll sie neu verhandelt werden, um eine langfristige Vereinbarung für die überschüssige Wärme aus der Kohlenstoffabscheidungsanlage zu erreichen.

Ørsted ist dabei, im Kraftwerk Asnæs in Kalundborg eine weitere Anlage zur Kohlendioxidabscheidung in Dänemark zu errichten und arbeitet mit den örtlichen Wärme- und Dampfkunden an einer ähnlichen Lösung, die auf der Nutzung der überschüssigen Wärme in Kalundborg beruht.

Die Aktie von Ørsted steht in dieser Woche nach vier Handelstagen am Donnerstagabend mit einem Kursplus von 2,9 Prozent bei 52,42 Euro (Schlusskurs, 01.02.2024, Börse Stuttgart).

Quelle: IWR Online
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Energiewende, Wärmewende, CCS, Carbon Capture Storage, CO2-Abscheidung, Ørsted, Fernwärmeversorgung, Fernwärmeunternehmen VEKS und CTR