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26.11.2015, 08:25 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Weltmarkt für Biomasse-Kraftwerke wächst

Köln - Der Weltmarkt für Biomassekraftwerke ist weiter im Aufwind und Europa bleibt weiterhin der wichtigste Markt. In den nächsten 10 Jahren werden aber Milliarden investiert, so eine Marktstudie.

Das Kölner Beratungsunternehmen ecoprog hat die Studie „Biomass to Power“ vorgelegt. Sie ist die umfangreichste Untersuchung zum Markt für Biomasse-Kraftwerken, teilt ecoprog mit.

Biomasse-Kraftwerksbestand wächst bis 2020 um fast das Doppelte
Aktuell sind nach Angaben von ecoprog weltweit fast 2.900 Biomassekraftwerke mit einer elektrischen Leistung von rund 47.000 MW in Betrieb. Hinzu kommt die Mitverbrennung von Biomasse in Kohlekraftwerken, die bislang überwiegend in europäischen Ländern wie Dänemark, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich stattfindet. Doch auch in Japan und Südkorea werden Pellets im zunehmenden Maße in Kohlekraftwerken eingesetzt.

Bis 2024 wird der Bestand an Biomassekraftwerken auf 4.250 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 71.000 MW ansteigen, so ecoprog. Die wichtigsten Ausbauländer sind die USA, Brasilien, China, Indien, das Vereinigte Königreich und Frankreich.

Europa: Frankreich und UK die dynamischsten Märkte
Europa ist der bisher wichtigste Markt für Biomassekraftwerke. Frankreich und das Vereinigte Königreich sind vor dem Hintergrund neuer und vergleichsweise attraktiver Gesetzgebungen die dynamischsten Märkte in Europa. Auch in Polen gibt es ab Anfang 2016 wieder Planungssicherheit, wenn ein neues Auktionssystem eingeführt wird.

Im ehemals großen Wachstumsmarkt Deutschland wurden die finanziellen Anreize dagegen soweit reduziert und gedeckelt, dass praktisch kein Zubau mehr stattfindet.

Ab 2017 mehr Biomassekraftwerke in Asien als in Europa
Ab dem Jahr 2017 werden in Asien mehr Biomasse-Kapazitäten errichtet als in Europa. Der Grund ist darin zu suchen, dass in Asien überwiegend größere Projekte mit Leistungen zwischen 10 und 30 MWel zur Stromerzeugung realisiert werden.

In Europa werden hingegen eher Kleinanlagen bis 5 MWel gebaut. In vielen europäischen Ländern ist die Nutzung der Abwärme verpflichtend. Entsprechend sind die Anlagen auf eine effiziente Wärmenutzung an Industriestandorten oder Fernwärmenetzen ausgelegt.

Durch die geringe Anlagengröße, die weit verbreitete Auslegung als Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und hohe Umweltstandards sind die Investitionskosten in Europa mit gemittelt 5,6 Millionen Euro je MWel deutlich höher als in Asien.

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