16.02.2016, 11:40 Uhr

Leichtes Nord-Süd-Gefälle bei Akzeptanz der Energiewende

Hamburg – In einer repräsentativen Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa die Akzeptanz der Energiewende in Nord- und Süddeutschland untersucht. Dabei zeigen sich durchaus Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Im Rahmen der Untersuchung, die vom Cluster Erneuerbare Energien Hamburg in Auftrag gegeben wurde, wurden die Bürgerinnen und Bürger sowohl zu ihrer Einstellung zur Energiewende im Allgemeinen, als auch zu spezifischeren Themen wie regionalen Windstrom und dem Bau von Stromtrassen befragt. Die Ergebnisse zeigen nicht nur ein Nord-Süd-Gefälle, sondern auch Unterschiede bei den Altersgruppen.

Norddeutsche sind stärkere Befürworter

Auch fünf Jahre nach Fukushima befürwortet die große Mehrheit der Deutschen weiterhin die Energiewende. Dreiviertel der Befragten gaben in der repräsentativen Umfrage an, dass der Ausstieg aus der Atomkraft und die damit verbundene Förderung der Erneuerbaren Energien aus heutiger Sicht richtig waren. Die genauere Betrachtung der Bundesländer zeigte dabei, dass die Norddeutschen die stärksten Befürworter der Energiewende sind, denn 80 Prozent der Befragten aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gaben an, dass sie die damalige Entscheidung nach wie vor für richtig halten. In Baden-Württemberg und Bayern waren es lediglich 72 Prozent. Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg, erklärt dies damit, dass die Menschen im Norden durch den Bau von Infrastrukturprojekten wie (Offshore)-Windparks gelernt hätten, mit den Auswirkungen der Energiewende umzugehen und die Vorteile im direkten Umfeld erfahren würden. Im Süden würde man hingegen sensibler auf die Kostendiskussion und Infrastrukturinvestitionen wie Stromtrassen reagieren.

Zustimmung bei den Jüngeren größer

Unter den Norddeutschen ist des Weiteren nicht nur die Akzeptanz von Windparks in ihrer Nähe größer (75 Prozent im Vergleich zu 71 Prozent im Süden), sondern 60 Prozent würden auch bevorzugt Strom aus der Nähe ihres Wohnorts beziehen, wenn dies möglich wäre. In Süddeutschland liegt der Anteil bei 55 Prozent.

Bundesweit zeigt sich außerdem eine größere Aufgeschlossenheit unter den 18- bis 29-Jährigen gegenüber Windenergieanlagen. 83 Prozent wären mit einem Bau im nahen Wohnumfeld einverstanden. Das gleiche Bild zeigt sich auch beim Thema Stromtrassen. Hier würden 60 Prozent dieser Altersgruppe den Bau zulassen, während es bundesweit nur 52 Prozent sind. Rispens fordert bei diesem Thema deshalb eine weitere Aufklärung und einen stärkeren Dialog mit den Menschen.

Quelle: IWR Online

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