16.10.2015, 14:32 Uhr

Subsahara-Afrika wird für EE-Investitionen immer interessanter

Cape Town, Südafrika - Die anhaltende Kostendegression sorgt dafür, dass die Realisierung von regenerativen Energieprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern auch für internationale Projektierer von EE-Groß-Projekten immer attraktiver wird. In Afrika stehen offensichtlich vor allem Projekte in Ländern der Subsahara-Zone im Fokus der Unternehmen.
Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan. Gründe sind die Unterversorgung mit Elektrizität in zahlreichen Ländern der Region sowie die großen Potenziale erneuerbarer Energien.
Photovoltaik vor Windenergie und Geothermie
Die Länder der Region Subsahara profitieren neben den sinkenden Kosten zudem zusätzlich von der Einführung des erfolgreichen südafrikanischen Förderprogrammes REIPPPP. Nach der Analyse von Frust & Sullivan bieten Südafrika, Tansania, Namibia, Kenia, Nigeria und Äthiopien die besten Rahmenbedingungen für die Entwicklung von großen netzgekoppelten PV-, Wind- und Geothermieanlagen. Auch die nicht zu den Top Five zählenden Länder Elfenbeinküste und Ghana weisen insbesondere ein großes Potenzial zur Errichtung von PV-Großanlagen auf. Die am stärksten favorisierte EE-Technik ist laut Frost & Sullivan die Photovoltaik, gefolgt von der Windenergie, Geothermie und solarthermischen Kraftwerken.
Finanzierung der Projekte als zentrale Herausforderung
Einige Regierungen in Afrika streben angesichts der großen Potenziale einen klaren regulatorischen und institutionellen Rahmen an, um die EE-Technologien deutlich auszubauen. Als zentrale Herausforderungen erweisen sich derzeit allerdings die Bankability der Projekte, unzureichende Elektrizitätsnetzte sowie die Strompreise. Zudem brauche der Markt innovative Finanzierungs-Modelle, die zu einer Verbesserung der Bankability von EE-Projekten beitragen. Finanzierungs-Programme wie das „Scaling Solar Programme“ oder das Climate Investment Funds’ Scaling Up Renewable Energy in Low Income Countries Programme (SREP) gingen da bereits in die richtige Richtung, so die Frost & Sullivan-Energiemarkt-Analystin Celine Paton.
Projektpipeline gut gefüllt -Realisierung stockt
Im Juni 2015 umfasste die Projektpipeline für EE-Großvorhaben in der Region Subsahara insgesamt eine Kapazität von 14.700 Megawatt. Die Realisierung kommt allerdings erst nach und nach in Gang. Aktuell sind Vorhaben mit einer Kapazität von rd. 650 MW in der Bauphase. Zu den bislang wichtigsten Vorhaben gehören Leuchtturm-Projekte wie das Olkaria I-III-IV Geothermie-Projekt in Kenia (306 MW), der Adama II Windpark in Äthiopien (153 MW) oder der Lake Turkana Windpark in Kenia, in dem nach Fertigstellung im Jahr 2017 knapp 370 Vestas-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 310 MW umweltfreundlichen Strom produzieren werden.
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