29.09.2015, 08:08 Uhr

Jedes zweite Land der Welt fördert erneuerbare Energien

Berlin - Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien waren im vergangenen Jahr auf dem zweithöchsten Stand seit dem Beginn der Berechnungen im Jahr 2004. Mehr als die Hälfte aller Länder förderte den Ausbau erneuerbarer Energien.

Dies zeigt eine aktuelle Marktanalyse im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Demnach gäbe es im vergangenen Jahr lediglich fünf Länder, die keinerlei erneuerbare Energien genutzt haben. Insbesondere im Bereich der Photovoltaik, der Onshore- und Offshore-Windenergie, der Wasserkraft und der geothermischen Stromerzeugung verlief der Ausbau dynamisch.

Erneuerbare Energien werden in den meisten Ländern gefördert

Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass der Ausbau in vielen Ländern unterstützt wird. Insbesondere afrikanische Länder führten in den vergangenen zwei Jahren Fördersysteme ein oder erarbeiten diese zur Zeit. Hingegen gibt es auch einige Länder, die aufgrund ihrer angespannten wirtschaftlichen Lage oder wegen energiepolitischer Richtungsänderungen Fördersysteme abschaffen. Zudem bestehen laut der Studie auf einigen Märkten noch signifikante Barrieren, die den Marktzugang für ausländische Unternehmen erschweren und somit den Ausbau bremsen. Untersucht wurden hier sowohl technologiespezifische Zölle als auch Local-Content-Regelungen. Local-Content-Regelungen legen fest, wie hoch der Anteil der Wertschöpfung im Inland mindestens sein muss, damit dort Auslandsengagements möglich sind. Sie sind am häufigsten im PV-Bereich zu finden. Die höchsten Zölle gibt es bei der Geothermie, im Concentrated-Solar-Power-(CSP), sowie ebenfalls im PV-Bereich.

Unterschiedliche Marktsituationen auf den Kontinenten

Die Studie zur Identifikation der wichtigsten Wachstums- und Potenzialmärkte wird jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Auftrag gegeben. Erstellt wurde sie vom Forschungs- und Beratungsinstitut adelphi und dem Beratungsunternehmen enviacon international. Im Rahmen der Studie wurden die Absatzmärkte in 175 Ländern weltweit für zwölf Technologien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien untersucht. Anhand der Marktdurchdringung, dem jährlichen Wachstum der jeweiligen Technologie, den natürlichen Potenzialen und wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen wurden die Märkte in verschiedene Marktkategorien eingeteilt. Bei diesen Marktkategorien handelt es sich um „etablierte Märkte mit hoher Marktdurchdringen“, „Wachstumsmärkte mit hohen Zubauzahlen“, „Zukunftsmärkte mit guten natürlichen Ressourcen und guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ sowie „Märkte mit guten Voraussetzungen für den Einsatz von nicht-netzgekoppelten Erneuerbaren-Energien-Anwendungen“. Über alle untersuchten Technologien hinweg befinden sich die meisten etablierten sowie Wachstumsmärkte auf dem europäischen Kontinent. Zukunftsmärkte gibt es in allen Weltregionen und Off-Grid-Märkte liegen vor allem in Lateinamerika, Afrika und Asien.

Quelle: IWR Online

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