08.03.2018, 16:22 Uhr

Fertigstellung des Atommüll-Endlagers Konrad verzögert sich

Salzgitter - Die Fertigstellung des Endlagers Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Salzgitter (Niedersachsen) wird sich verzögern. Neuer geplanter Termin ist das Jahr 2027.

Mit Verzögerungen und Verschiebungen bei Großprojekten haben die Bürger/innen in Deutschland spätestens seit der scheinbaren Endlosschleife beim Berliner Flughafen so ihre eigene Meinung. Der neue Termin für die Fertigstellung des Atommüll-Endlagers Schachtanlage Konrad dürfte auch eher in der Kategorie "ungefähre Zeitangabe" einzuordnen sein.

Bestandsaufnahme: Atommüll-Endlager Konrad soll sich um viereinhalb Jahre verzögern

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als neue Betreiberin hat auf Bitte des Bundesumweltministeriums im September 2017 ein Gutachten in Auftrag gegeben, um schon im Vorgriff auf die Verschmelzung mit der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) am 20. Dezember 2017 Klarheit über den Stand des Bauprojektes zu bekommen.

Im Gutachten des TÜV Rheinland sind nun erstmals alle Informationen über die bisherigen Organisationen hinweg auf ihre Terminrelevanz hin untersucht worden, teilte die BGE mit. Die TÜV-Gutachter haben die Ungewissheiten bei der Errichtung des Endlagers bewertet und zudem Optimierungsmöglichkeiten herausgearbeitet, die sich unter anderem durch die Neuorganisation ergeben. Demnach ist mit einem Fertigstellungstermin im ersten Halbjahr 2027 zu rechnen.

Optimierung von Arbeitsabläufen soll Entlastung bringen

Derzeit wird überprüft, ob die Errichtung durch eine Veränderung der Arbeitsorganisation, beispielsweise ein Mehrschicht-System auch über Tage, beschleunigt werden kann. Ein besseres Projektmanagement würde eine schnellere Reaktion auf eventuelle Probleme ermöglichen, die in Zukunft noch auftreten können. „Wir lernen aktuell schon viel voneinander und können Arbeitszeit, die in der Vergangenheit für die Überwachung des Kooperationsvertrags gebunden war, viel effizienter für die Errichtung des Endlagers nutzen“, sagt der Technische Geschäftsführer Dr. Thomas Lautsch.

Schachtanlage Konrad für schwach und mittelradioaktive Abfälle

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sucht einen Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle aus der Nutzung der Atomenergie und baut das Endlager Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Die BGE hält das Endlager Morsleben bis zur Stilllegung offen und plant die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II. Die BGE ist eine bundeseigene Gesellschaft im Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums. Geschäftsführer sind Ursula Heinen-Esser (Vorsitzende), Dr. Ewold Seeba (stellvertretender Vorsitzender), Prof. Dr. Hans-Albert Lennartz (kaufmännischer Geschäftsführer) und Dr. Thomas Lautsch (technischer Geschäftsführer).

Quelle: IWR Online

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