13.11.2018, 15:51 Uhr

Groß-Windkanal in Bremerhaven feiert 10-jähriges Jubiläum

Bremerhaven – Mit dem Ausbau der Windenergie und dem anhaltenden Anlagenupscaling ist die professionelle Vermessung des Rotorblattschalls immer wichtiger geworden. Eine spezielle Windkanal-Testeinrichtung musste allerdings erst konstruiert werden.

Dieses Jahr feiert der aeroakustische Großwindkanal in Bremerhaven sein zehnjähriges Jubiläum. Betreiber des Windkanals, der umfassende Möglichkeiten für die aerodynamische und akustische Vermessung von Rotorblattprofilen bietet, ist die Deutsche Windguard Engineering GmbH.

Testmöglichkeiten für aerodynamische und akustische Vermessung fehlten

Der heutige Windkanal geht zurück auf die Situation in den führen 2000ern. Zu diesem Zeitpunkt etablierte sich die Windbranche allmählich und es wurde schnell klar, dass der Rotorblattschall bei steigenden Zubauzahlen zu einem zunehmenden Akzeptanzproblem werden würde. „Die damals existierenden Windkanäle hatten allerdings hohe Hintergrundgeräusche und boten damit keine geeigneten Testmöglichkeiten für die neuen Anforderungen der Windindustrie. Als einige unserer Kunden uns fragten, ob wir nicht einen Windkanal für Rotorblattentwicklung konstruieren wollten, fanden wir die Idee großartig und machten uns an die Arbeit“, erinnert sich Dr.-Ing. Knud Rehfeldt, Geschäftsführer der Deutschen Windguard Engineering GmbH, an die Anfänge des Großwindkanals.

Mehrere 1.000 Messungen an mehr als 100 Roborblattprofilen

2006 begannen Knud Rehfeldt und sein Team dann mit der Entwicklung eines Windkanals für die Windindustrie, der neben einer exzellente Strömungsqualität und geringen Hintergrundgeräuschen auch hohe Strömungsgeschwindigkeiten und Reynolds Zahlen bieten musste. Startschuss für die die Bauarbeiten für den Windkanal war im Jahr 2007, 2008 folgte die Einweihung. In den zehn Jahren seit Inbetriebnahme wurden im Windkanal mehrere tausend Messungen an über hundert verschiedenen Rotorblattprofilen durchgeführt. Mit der Inbetriebnahme vor 10 Jahren war die Weiterentwicklung des Windkanals allerdings nicht beendet. „Heute erreichen wir Strömungsgeschwindigkeiten von 360 km/h bei Reynolds Zahlen von 6 Millionen. Dabei konnten wir den Schallpegel noch mal um 10dB reduzieren“, so Nicholas Balaresque, Leiter des Windkanals in Bremerhaven.

Insgesamt besteht das Windkanalzentrum aus der Windguard heute aus sieben Windkanälen, die ein breites Spektrum an Mess-, Prüf- und Forschungsbedingungen bieten. Neben dem akustisch-optimierten Großwindkanal handelt es sich dabei um vier Kalibrierwindkanälen, einen Druckwindkanal und einen Eiswindkanal. „Besonders die Synergieeffekte zwischen allen sieben Windkanälen haben sehr geholfen, die Qualität der Messungen immer weiter zu verbessern und die Bandbreite an Windkanaldienstleistungen kontinuierlich auszubauen“, so Balaresque weiter.

Quelle: IWR Online

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