19.03.2019, 11:11 Uhr

Altmaier sieht Aufbruchstimmung bei Batteriezellfertigung

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will offenbar unbedingt eine Batteriezellfertigung in Deutschland ansiedeln. Auch Steuergelder in Milliardenhöhe sollen dazu beitragen.

Der BMWi-Förderaufruf für Unternehmen und Konsortien zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Batteriezellproduktion ist auf hohes Interesse gestoßen. Ziel ist es, den Rückstand auf die asiatische Vormachtstellung zu reduzieren.

Über 30 Unternehmen bekunden Interesse am Aufbau einer Batteriezellproduktion

"Deutschland und Europa brauchen eine innovative und umweltschonende Batteriezellproduktion. Batterien haben eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung für die Elektromobilität und die Energiespeicherung im Rahmen der Energiewende. Im Automobilbereich machen Batteriezellen beispielsweise rund ein Drittel der Wertschöpfung aus," so der Bundeswirtschaftsminister Altmaier. Über 30 Firmen aus Wertschöpfungskette hätten ihr Interesse hieran bekundet: von Automobilherstellern und -zulieferern, Batterieherstellern, Chemie-Unternehmen bis hin zu Rohstoff- und Recyclingunternehmen, auch mit Unterstützung von Forschungsinstituten.

Die im zweistufigen Verfahren jetzt eingereichten Projektskizzen werden mit Hochdruck geprüft, so das BMWi. Anschließend werden die Unternehmen ihre Anträge in einer zweiten Stufe weiter konkretisieren. Dabei wird es auch um die Bildung von Konsortien gehen. Parallel wird die Förderung mit der Europäischen Kommission besprochen, damit baldmöglichst mit Projekten begonnen werden kann.

Bosch gibt Ambitionen für Batteriezellfertigung schon 2018 auf

Der Automobilzulieferer Bosch hatte sich schon im Februar 2018 aus der eigenen Fertigung von Batteriezellen zurückgezogen. Einer der Hauptgründe war das zu hohe wirtschaftliche Risiko. Bosch-Berechnungen hatten danach ergeben, dass sich alleine die Anfangsinvestition in eine wettbewerbsfähige und marktrelevante Zellfertigung auf rund 20 Milliarden Euro belaufen würde. "Vor diesem Hintergrund dürfte die bisher formulierte staatliche Subvention von einer Milliarde Euro aus Steuermitteln nur der erste Auftakt für weitere Fördermilliarden sein", so IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch.

Daimler hat sich schon für 20 Milliarden Euro mit Batteriezellen eingedeckt

Der Automobilhersteller Daimler baut von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt bereits an einem weltweiten Batterie-Produktionsverbund, der aus acht Fabriken auf drei Kontinenten besteht. Mehr als eine Milliarde Euro fließen in den Aufbau der Batteriewerke. Die Batteriezellen, die als Basis für die eigene Herstellung der Batterien benötigt werden, kauft Daimler auf dem Weltmarkt ein. Mit der umfangreichen Beauftragung Ende 2018 für den Kauf von Batteriezellen bis 2030 in Höhe von 20 Milliarden Euro hat Daimler bereits frühzeitig vorgesorgt und sich abgesichert.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2019