22.02.2019, 11:29 Uhr

Altmaier forciert Batteriezellen-Fertigung mit Förderaufruf

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) will mit staatlicher Unterstützung eine Batteriezellenfertigung in Deutschland und Europa aufbauen. Altmaier und sein französischer Amtskollege Le Maire hatten kürzlich ein gemeinsames Manifest für die Industriepolitik erstellt. Im Mittelpunkt steht auch hier die Produktion von Batteriezellen.

Wirtschaftsminister Altmaier sieht anders als die Automobilindusitrie oder die Zulieferindustrie die Notwendigkeit, dass in Europa eine Batteriezellennfertigung ensteht. Fast zeitgleich mit einem deutsch-französischen Manifest zur Industriepolitik kommt jetzt der BMWi-Förderaufruf in Deutschland.

BMWi veröffentlicht Förderaufruf zur Batteriezellenfertigung

Die Förderbekanntmachung des BMWi zur geplanten Förderung einer Batteriezellproduktion in Deutschland und Europa wird heute (22.02.2019) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Interessierte Unternehmen und Konsortien können Projektideen zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Batteriezellproduktion einreichen, teilte das BMWi mit. Altmaier: „Wir brauchen in Deutschland und Europa eine wettbewerbsfähige, innovative und umweltschonende Batteriezellfertigung. Eigenes Know-how zu diesem Teil der Wertschöpfungskette ist für den künftigen Markterfolg unserer Unternehmen entscheidend. Deshalb werden wir die unternehmerischen Initiativen flankieren.“

Bis zu einer Milliade Euro an Staatsmittel

Ziel ist die Schaffung eines Verbundes für die Herstellung von Batteriezellen der neuesten Generationen, gemeinsam mit anderen europäischen Staaten. Projektbeschreibungen können bis zum 15. März 2019 eingereicht werden. Die Skizzen sollen die Projektideen umfassend darstellen und die Notwendigkeit öffentlicher Förderung schlüssig begründen. Um die Wertschöpfungskette der Batterieherstellung zukünftig möglichst breit abzudecken, plant das Bundeswirtschaftsministerium bis zu eine Milliarde Euro zur Verfügung zu stellen.

Deutsch-französischer Schulterschluss bei Industriepolitik

Altmaier und sein französischer Amtskollegen Le Maire hatten am 19.02.2019 in Berlin ein Manifest für die Industriepolitik beschlossen. Dabei ging es auch um die Ansiedlung einer Batteriezellproduktion in Europa. Nach Ansicht von Altmaier wird eine europäische Industriestrategie benötigt, "damit wir unsere Industrie für den harten globalen Wettbewerb zukunftsfähig machen können." Zentral sei die gezielte Förderung von Schlüsselinnovationen, die Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen etwa im Wettbewerbsrecht und – wo erforderlich – auch der Schutz unserer Schlüsselindustrien, so Altmaier.

Nach der Mikroelektronik soll jetzt auch ein europäisches Konsortium für die Batteriezellfertigung unterstützt werden. Altmaier: "Denn wir brauchen in Deutschland und Europa eine wettbewerbsfähige, innovative und umweltschonende Batteriezellenproduktion. Batteriezellen werden in Zukunft einen großen Anteil der Wertschöpfung in der Automobilindustrie darstellen – daran müssen wir unbedingt teilhaben.“

Staatliche Förderung von Schlüsseltechnologien - Deutschland gibt 1 Milliarde Euro, Frankreich 700 Millionen Euro

Die Idee, die deutsche und europäische Wettbewerbsfähigkeit mittels der staatlichen Förderung von Schlüsseltechnologien und ganzer Wertschöpfungsketten zu stärken, liegt auch dem Altmaier-Entwurf einer Nationalen Industriestrategie 2030 zugrunde. Bereits im Dezember 2018 hatten Altmaier und Le Maire gemeinsame industriepolitische Überlegungen in einem gemeinsamen Pressestatement veröffentlicht und ein Papier zur Förderung der Batteriezellproduktion in Europa vereinbart, so das BMWi weiter. Altmaier hat für interessierte Konsortien bis zu 1 Milliarde Euro aus Finanzmitteln des BMWi bereitgestellt, Emmanuel Macron seinerseits in Frankreich 700 Millionen Euro zugesagt.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2019