BSH: Marine Hitzewellen in Nord- und Ostsee dauern länger - 66 Hitzewellentage vor Helgoland

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Hamburg - Die ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen des Jahres 2026 haben auch Nord- und Ostsee erfasst. An der Messstation Helgoland registrierte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bereits 66 Tage mit marinen Hitzewellen.
Die hohen Temperaturen stehen im Zusammenhang mit der langfristigen Erwärmung der Meere durch den Klimawandel. Deutschland steht dabei nicht isoliert: Auch in anderen europäischen Meeresgebieten wurden 2026 außergewöhnlich hohe Oberflächentemperaturen und ausgeprägte marine Hitzewellen registriert.
Nordsee erlebt fünftwärmsten Sommer seit 1997 - lang anhaltende Hitzewellen
Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Nordsee erreichte nach BSH-Angaben von Juni bis August 15,6 Grad Celsius und lag damit knapp 1 Grad über dem Mittel der Jahre 1997 bis 2021. Seit 1997 waren nur die Sommer 2025, 2003, 2014 und 2018 wärmer.
Besonders stark erwärmten sich die südliche Nordsee und der Ärmelkanal. Dort lagen die Temperaturen teilweise mindestens 2 Grad über dem langjährigen Mittel, einzelne Gebiete erreichten neue Höchstwerte. Während Juni und Juli deutlich zu warm waren, fiel der August etwas kühler als üblich aus.
Rund um Helgoland war die Erwärmung besonders ausgeprägt. An der Messstation Helgoland-RM verzeichnete das BSH 2026 bislang 66 Tage mit marinen Hitzewellen. Am 1. Juli lag die Oberflächentemperatur dort fast 4 Grad über dem klimatologischen Tagesmittel seit Inbetriebnahme der Station 2009.
Als marine Hitzewelle gelten dabei nicht einzelne besonders warme Tage. Die Wassertemperatur muss mindestens fünf Tage lang außergewöhnlich hoch für die jeweilige Jahreszeit und Region sein. Die bislang 66 Hitzewellentage vor Helgoland entsprechen damit zusammengerechnet mehr als zwei Monaten mit solchen außergewöhnlichen Wärmebedingungen.
„Besonders die neuen Höchstwerte in der südlichen Nordsee und die 66 Tage mit marinen Hitzewellen vor Helgoland zeigen, dass sich extreme Wärmeereignisse auch in unseren heimischen Meeren deutlich bemerkbar machen“, so Dr. Tim Kruschke, Leiter des Referats Marine Klimafragen beim BSH.
Ostsee: Siebtwärmster Sommer seit 1997
Auch die Ostsee war im Sommer 2026 deutlich wärmer als üblich. Mit durchschnittlich 17,2 Grad lag ihre Oberflächentemperatur knapp 1 Grad über dem langjährigen Mittel. Damit war es der siebtwärmste Sommer seit 1997.
Außergewöhnlich war vor allem der Juni: Die Ostsee lag fast 3 Grad über dem langjährigen Mittel und verzeichnete damit den drittwärmsten Juni seit Beginn der BSH-Auswertung. Besonders hohe Abweichungen traten vor der schwedischen Ostküste sowie entlang der deutschen und polnischen Küsten auf. Im Juli und August bewegten sich die Temperaturen dagegen näher am Durchschnitt.
Copernicus: Zahl der marinen Hitzewellentage weltweit mehr als verdreifacht
Der BSH-Befund für Nord- und Ostsee fügt sich in eine globale Entwicklung ein. Nach einer am 11. Juni 2026 im Fachjournal „Earth System Science Data“ veröffentlichten Studie eines internationalen Forschungsteams hat sich die Zahl der Tage mit marinen Hitzewellen im globalen Flächenmittel zwischen 1991 und 2025 mehr als verdreifacht. Copernicus greift diesen Befund in seinen aktuellen globalen Klimaindikatoren auf.
Während das BSH mit seinen Messungen die Entwicklung in den deutschen Meeresgebieten erfasst, zeigt der globale Klimaindikator die langfristige Zunahme mariner Hitzewellen weltweit. Die 66 Hitzewellentage vor Helgoland sind damit ein regionaler Befund innerhalb einer deutlich über Deutschland hinausreichenden Entwicklung.
Quelle: IWR Online
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